Europas kleine Tiger

Wusstet ihr, dass auch mitten unter uns wilde Katzen leben?
Wenige Luchse streifen wieder durch die Wälder: in Spanien und Portugal der Iberische Luchs und im restlichen Europa der Eurasische Luchs. Und dann gibt es noch unseren kleinen Tiger: die Wildkatze! Dabei ist die Wildkatze nur eine entfernte Verwandte unserer Stubentiger … Hauskatzen stammen von der Falbkatze (Felis lybica lybica) aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum ab.

Die Tierfotografin Christine Sonvilla hat trotz der Corona-Pandemie im Jahr 2021 das aktuelle Wissen um unsere Europäische Wildkatze (Felis silvestris) zusammen getragen. Dazu hat sie Forschende in vielen Ländern besucht und sich natürlich auch auf die Lauer gelegt (hauptsächlich jedoch mit Fotofallen), um Wildkatzenbilder zu erhaschen.

Die Forschenden geben Einblick in Verbreitung und Verhalten dieses heimlichen kleinen Beutegreifers. Dabei wird beispielsweise klar, dass sie gar nicht so einzelgängerisch sind, wie man viele Jahrzehnte geglaubt hat, und dass sie durchaus außerhalb von Wäldern leben können.

Sehr wichtig: dieses Buch ist nicht aus dem „Elfenbeinturm“ geschrieben! Sowohl interessierte Katzenfreunde als auch Fachleute werden Spaß an dem flott geschriebenen Buch haben und nach dem Lesen sehr viel Interessantes über „Europas kleine Tiger“ wissen.
Im umfangreichen Anmerkungsteil finden sich dann viele Möglichkeiten sich intensiver mit ihnen zu befassen und zu recherchieren.

Fazit: empfehlenswert!

Wertvolle Informationen findet man beispielsweise beim Rettungsnetz Wildkatze. Und wer sie dann näher kennen lernen möchte, für die- und denjenigen empfehle ich das Wildkatzendorf Hütscheroda.
Sowie:
Wildkatzen in Europa

Weihnachten für die Katz‘!

Wenige Tage vor dem Fest bricht in vielen Haushalten Hektik aus. Ist der Baum bereits reserviert oder gekauft? Haben wir alle Geschenke? Was gibt es dieses Jahr zu essen? Wer wird wann besucht? Der Jahresabschluss im Büro „droht“, was muss im Geschäft noch im „alten Jahr“ erledigt werden? Wie kann ich es schön machen, auch wenn ich am Heiligen Abend noch arbeiten muss? Fragen über Fragen …

was denken eigentlich unsere Stubentiger darüber?

Katzen lieben die Routine und nehmen Veränderungen sehr sensibel wahr. Auch unser Stress vor den Feiertagen färbt ab, denn die Miezen können nicht verstehen, warum ihre Menschen so anders sind. Schlimmstenfalls beziehen Katzen die Gereiztheit der Dosenöffnenden auf sich, und sie reagieren dann wie in anderen stressigen Situationen.

Die Einen ziehen sich eher zurück, möchten keinesfalls im Fokus stehen und schlafen vermehrt. Die Anderen drehen auf, versuchen Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, und stellen vielleicht eine Menge „Blödsinn“ an! Die Reaktion der kleinen Tiger ist so individuell wie ihr Naturell.

Ab und zu innehalten, nach der Katze sehen und ihr immer wieder ein paar Minuten ganz alleine widmen! Am besten dazu einen Tee machen und das Handy weglegen. Wahrnehmen, was die Katze gerne möchte … auf den Schoß, die Spielmaus fangen, die Weihnachtsdekoration untersuchen? Alles darf sein! Außer …

die Deko ist gefährlich oder giftig für Katzen! Der beliebte „Weihnachtsstern“ (die Pflanze) ist leider hochgiftig. Glaskugeln können beim Spielen in winzige Scherben zerbrechen. Das Gießwasser des Weihnachtsbaums tut der Katze nicht gut.
Offenes Feuer finden Katzen spannend, jedoch bemerken sie nicht, wenn die Schwanzspitze über die Flamme ragt. Und die meisten Leckereien für uns Menschen sind für Katzen absolut tabu.

Keine Fotobeschreibung verfügbar.
Quelle: petsnature.de

In den letzten Jahren wird immer öfter auch den Haustieren beschert. Was also dem Stubentiger schenken?

Neben den handelsüblichen Katzenspielzeugen und Leckerchen bieten sich auch Alternativen an!

Warum nicht der Katze einen rohen Hühnerflügel oder eine (natürlich aufgetaute) Frostmaus anbieten? Rohe Knochen splittern nicht, und die Katzen sind mit einer „Beute“ lange beschäftigt.

Hat man mehr als eine Katze, kann es beim Füttern Stress geben. Oft klaut ein Tigerchen der anderen das Essen aus dem Napf, was besonders dann problematisch ist, wenn eine Katze abnehmen soll oder eine Diät einhalten muss. Schwierig ist auch, wenn eine Katze „inhaliert“, während die andere genüsslich und langsam speist. Hier kann ein transpondergesteuerter Fütterungsautomat helfen: das Futter wird nur für die gespeicherte Miez‘ freigegeben. Der Vorteil ist auch, dass diese Katze öfter kleine Portionen fressen kann, was der Physiologie unserer Feliden entgegenkommt – ohne dass es zu Futterneid mit dem Katzenkumpel oder zu Konflikten aufgrund „Hunger-Frust“ kommt..

Yoshi mit chip-gesteuertem Futterspender

Spielzeug ersetzt nie die Beschäftigung des Menschen mit dem Stubentiger. Sogenannte Intelligenzspiele können aber die Stunden der Abwesenheit oder Nacht überbrücken. Neben den speziell für Katzen beworbenen Fummelbretter kann man vieles auch selbst basteln, und man sollte sich durchaus in der Hunde-Abteilung eines Tiermarktes umsehen. Auch sogenannte Antischlingnäpfe gibt es dort, an denen sich Katzen das Futter erarbeiten können.

Manchmal fehlt Wohnungskatzen auch schlicht und ergreifend Bewegung! Statt sie mit einem Laserpointer durch die Bude jagen zu lassen (was nur in Ordnung ist, wenn die Katze motiviert ist und zum Schluss auch Beute machen darf = Futterportion oder ein Duft-/Kauspielzeug!), kann ein Laufrad eine interessante Alternative sein.

Katzen gehen zunächst nicht ins Laufrad, um zu laufen. Vermutlich wird es erstmal untersucht und Miez‘ legt sich vielleicht hinein. Hier sollte man nicht ungeduldig werden. Wenn das Tigerchen einen Schritt macht, um ein Bröckchen Trockenfutter zu erhalten, ist das völlig ausreichend! Nach und nach kann man die Zahl der Schritte ausdehnen, aber nur solange die Katze motiviert mitmacht! Ob sie irgendwann selbständig hineingeht, um zu laufen, ist rasse- und individuell abhängig. Es gibt durchaus agile Vertreter, die sich beispielsweise Frust ablaufen. Die tollen Videos im Internet sind hier nur ein Hinweis, kein Muss.
Jeder Schritt tut gut, und ein „ergangenes“ Futterstück ist besser als „stumpf“ vor dem vollen Napf zu sitzen!

Yoshi lernt Laufrad

Das beste Geschenk ist jedoch Zeit! Zeit zum Schmusen, Spielen, Tricks lernen, Spazierengehen … die Katzen wissen diese Aufmerksamkeit zu schätzen!

Zum Schluss noch ein Hinweis: bitte keine Tiere unter den Christbaum „legen“! Die Anschaffung von HundKatzeMausKaninchenFischBartagame muss wohlüberlegt sein und und mit der ganzen Familie besprochen werden. Bitte auch keine Spontankäufe, sondern vielleicht erstmal ein Buch über die gewünschte Tierart oder das passende Zubehör schenken. Dann kann man ganz in Ruhe in den Ferien überlegen, wie ein Tier das Leben verändert und wie man alles organisiert. Tierheime und seriöse Züchter freuen sich über informierte und sachkundige zukünftige Tierhalter!

Ich bin kein Geschenk zu Weihnachten, ich bin ein Geschenk fürs Leben! -  Tierschutzverein Nienburg und Umgebung e.V.
Quelle: Tierheim Nienburg

So wünschen wir von Katzenkompetenz schöne und entspannte Feiertage im Kreis der zwei- und vierbeinigen Lieben!

Das neue Tierarzneimittelgesetz

Bild: bundesrat.de

Am 17.09.2021 hat der Deutsche Bundesrat das neue Tierarzneimittelgesetz – TAMG genehmigt, das für Tierhalter und Tierheilpraktiker erhebliche Auswirkungen hat.

Tierhalter, Tierheilpraktiker und alle, die nicht Veterinäre sind, dürfen keine apothekenpflichtigen und frei verkäuflichen Humanarzneimittel (z. B. homöopathische Mittel, Blutegel, pflanzliche Arzneien (auch CBD)) ohne eine tierärztliche Verordnung und Behandlungsanweisung verabreichen.

Die Anwendung von für Menschen zugelassene Arzneien – insbesondere homöopathische oder pflanzliche Humanarzneimittel oder Blutegel – durch Tierhalter, Tierheilpraktiker o. ä. ist zukünftig eine Ordnungswidrigkeit. Da es nur wenige Tierärzte gibt, die alternativmedizinische Arzneien anwenden und verschreiben, und auch nur wenige Arzneimittel speziell für die Anwendung am Tier („ad us vet.“) zugelassen sind, wird die Arbeit der Tierheilpraktiker ab 28.01.2022 deutlich erschwert. Verschiedene seriöse Kolleginnen und Kollegen stellen diese Neuregelung einem Berufsverbot gleich und überlegen aufzuhören.

In der Verhaltensberatung werden gelegentlich alternativmedizinische Präparate eingesetzt, beispielsweise Bachblüten oder pflanzliche Mittel. Inwieweit die Verhaltensberatung hier betroffen ist oder Alternativen findet, wird im KollegInnenkreis diskutiert werden müssen, hier ist auf jeden Fall die Zusammenarbeit mit (für Alternativen offenen) Veterinären wichtig und sinnvoll.

Wer sich den Gesetzestext durchlesen möchte, findet diesen hier: https://www.bundesrat.de/…/2021/0601-0700/659-21.html

Wenn die Katze geht …

AM 14.05.2021 MUSSTE POLDI VON SIEBEN MONATEN SCHWERER, ABER DANK GUTER MEDIKATION SCHMERZFREIER, KRANKHEIT ERLÖST WERDEN. LEIDER IST DER ARTIKEL ÜBER DEN LETZTEN LIEBESDIENST, DEN WIR UNSEREN SAMTPFOTEN ERWEISEN KÖNNEN, NOCH NICHT FERTIG.

Nun hat die Künstlerin Jenny-Jinya eine wunderschöne, tieftraurige, aber doch lebensbejahende und tröstliche Geschichte gezeichnet. Ich mag ihre Comics sehr, weil sie empathisch, liebevoll und trostspendend sind.

Die Geschichten findet ihr auch auf Facebook oder Instagram.

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The Loving Reaper = der Liebevolle Schnitter/Sensenmann ist eine wichtige Figur in Jenny-Jinyas Schaffen. Denn der Tod ist nicht verabscheuenswürdig, sondern oft Erlösung. Und er gehört zum Leben!

Jenny-Jinya setzt sich auch für den Tierschutz ein, so gibt es beispielsweise Comics gegen Massentierhaltung, Shark Finning, die Löwenindustrie oder Tierquälerei. Die Künstlerin holt uns dabei auf einer emotionalen Ebene ab, die berührt und trotz allen Leids auch Trost spendet.

Website zum Loving Reaper: https://www.lovingreaper.com/

Katzenfernsehen

Seid ihr längere Zeit täglich außer Haus?

Dafür gibt es „Katzenfernsehen“! 🙀
Das Katzenfernsehen ersetzt natürlich nicht die regelmäßigen Spieleinheiten, denn auch wenn Katzen gerne und ausdauernd „lauern“, benötigen sie Erfolgserlebnisse.

Vogeltod durch Katzen?

Naturschützern werfen Hauskatzen gerne vor, für das Artensterben der Vögel verantwortlich zu sein.

Aspekte aus Sicht des Katzenverhaltens:

– Katzen jagen bevorzugt Kleinsäuger, aber daneben auch andere Tierre, derer sie habhaft werden können.
– Streuner/Heimatlose jagen, um zu überleben! Daher ist die Kastration von Streunern und Freigängern so wichtig!
– Ökologisch bildet sich ein Räuber-Beute-Gleichgewicht. Vögel reagieren auf Jagddruck mit mehr Gelegen und ziehen mehr Junge auf (dies gelingt jedoch nicht bei sehr kleinen Populationen oder fehlenden Ausweichmöglichkeiten, beispielsweise auf Inseln).
– Man kann Katzen die Vogeljagd erschweren, beispielsweise durch Schutzringe an Bäumen, Pflanzen von dichten dornigen Büschen und dem taktischen Aufstellen von Vogelfutterstellen und -bädern (damit Predatoren weithin sichtbar sind und keinen Zugriff haben).

Eine neue Studie zeigt zusätzliche Maßnahmen: https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/mit-fleisch-und-spiel-gegen-raeuberei/?fbclid=IwAR3grZPU_9jcAod16uiXzLRepbui3Zkff29goiqEyGGnpbwwrwC1aHuwsJQ

Ein weiterer Link:
https://www.wissenschaft-aktuell.de/artikel/Die_Katze_laesst_das_Mausen_nicht__ndash__oder_doch_1771015590875.html?fbclid=IwAR2WGmckMV7RNJG4qLcA3UBajG0kkHmoAkAhGglFbKY8i_N7dqvkxxZpzIQ

Kurzgesagt: Spielen und artgerechtes Futter sind wichtige Komponenten im Katzenleben, ob sie nun jagt oder nicht!

Frohe Feiertage!

Liebe Katzenfreundinnen und -freunde,

ein gar seltsames Jahr neigt sich dem Ende zu. Weil wir unseren Katzen oft ähnlich sind, brauchen wir nicht so viel „Trubel“ und können es uns zuhause gemütlich machen. Diese Lebensweise hilft uns auch in dieser Pandemie.

Ein bisschen Entschleunigung tut uns sicher allen gut, ob man das nun die „stade Zeit“ oder „Rauhnächte“ nennt.

Als kleines Geschenk habe ich eine Geschichte eingelesen und hoffe, Sie haben / du hast ein wenig Freude daran.

Entspannte Tage und „trotzdem“ ein schönes Fest!

Erste Hilfe „Für die Katz'“

Die meisten von uns wissen was zu tun ist, wenn Angehörige, KollegInnen oder Passanten verunfallen oder plötzlich schwer erkranken. Aber was tun wir, wenn unsere Stubentiger unter Atemnot leiden oder schwer gestürzt sind?

Um schnell reagieren zu können ist es ratsam, die Telefonnummer der nächstgelegenen Tierklinik, des Haustierarztes oder der Tierrettung eingespeichert oder am „Schwarzen Brett“ zu haben. Ruft bitte immer an, bevor ihr losfahrt!
In manchen Städten gibt es auch einen tierärztlichen Notdienst – auf der entsprechenden Website steht die Nummer des diensthabenden Veterinärs. Bei einem Verkehrsunfall ruft bitte die Polizei. Ist die Katze in einen tiefen Schacht gefallen, beispielsweise in die Kanalisation, hilft die Feuerwehr!

Bis die Tierärztin die Katze behandeln kann, könnt ihr Erste Hilfe leisten.

Dafür benötigen wir ein paar Informationen und Handgriffe.

Atmung:

Die Atmung können wir gut am entspannt schlummernden Stubentiger zuhause sehen. Man zählt 15 Sekunden lang das Heben des Brustkorbes, bei einer eingeringelten Katze des Bauches. Das Ergebnis nimmt man x 4. Eine erwachsene entspannte Katze atmet 20-40 mal pro Minute.

Sehr gestresste, verletzte oder schwer kranke Katzen hecheln oder atmen mit offenem Maul.

Herz/Kreislaufsystem:

Wisst ihr, wie man den Puls fühlt? Am besten übt man das mit einer entspannten Katze zuhause. Man legt die Hand leicht um den Oberschenkel. Mit Zeige- und Mittelfinger kann man nun an der Innenseite tasten, bis man die längsseitige Muskelgrube findet. Mit etwas Übung kann man in dieser „Rinne“ den Puls fühlen. Oder ihr legt die Hand sanft an den Brustkorb, so dass ihr mit dem Zeigefinger den Herzschlag spüren könnt.
15 Sekunden lang zählen und dann x 4 nehmen. Eine erwachsene Katze in Ruhe hat einen Puls von etwa 100-130 pro Minute.

Körpertemperatur:

Die Normaltemperatur beträgt bei der Katze 38-39°C, ist also höher als bei uns Menschen. Ab 40°C hat die Katze Fieber und gehört unbedingt der Tierärztin vorgestellt.

Schock und Bewusstlosigkeit:

In der „menschlichen“ Ersten Hilfe lernt man die Schockanzeichen. Der Schock tritt immer dann auf, wenn das Gehirn durch einen Unfall oder ein akutes Krankheitsgeschehen veranlasst, dass möglichst nur noch die lebenswichtigen Organe durchblutet werden, das sind das Gehirn selbst, das Herz, die Lunge und Nieren und Leber. Alles andere wird gewissermaßen „abgeschaltet“. Einen Schock erleidet man bei Unfällen, aber auch bei starken Blutungen, einer Vergiftung oder heftigen allergischen Reaktionen.

Man erkennt bei der Katze den Schock an einer zu schnellen und flachen Atmung, dem fehlenden Puls am Bein und den blassen, fast weißen Schleimhäuten. Anfangs ist die Katze vielleicht noch ansprechbar, trübt jedoch nach und nach ein. Eine bewusstlose Katze atmet, wird jedoch auf Ansprache oder Berührung nicht wach. Ohren und Beine fühlen sich kalt an.
Egal aus welcher Ursache: eine solche Katze muss dringend zum tierärztlichen Notdienst! Auf der Fahrt achtet bitte darauf, dass die Katze atmen kann. Legt sie auf die linke Seite und die hintere Partie etwas erhöht. So kann das Blut gut zum Herzen fließen. Außerdem haltet die Katze warm, in dem ihr sie in ein Handtuch oder eine Jacke wickelt (der Kopf muss herausschauen).

Atemstillstand:

„Ohne Sauerstoff kein Leben“, das ist eine wichtige Regel, die man im Sofortmaßnahmenkurs lernt. Das ist auch bei Katzen der Fall. Und wie beim Menschen gibt es auch bei der Katze mehrere Gründe für einen Atemstillstand.

So kann sie beispielsweise in einen ungesicherten Pool oder Teich gefallen und beinahe ertrunken sein. Durch einen Insektenstich oder ein Stück gesplitterten Knochen können die Atemwege verlegt werden. Auch eine Vergiftung kann zum Atemstillstand führen.

In einem solchen Fall könnt ihr die Katze beatmen! Zunächst öffnet das Mäulchen und entfernt darin befindliche Fremdkörper. Die Zunge könnt ihr seitlich in den Lippenspalt legen.

Legt eure Lippen um Nase und Maul der Katze (wer die Haut nicht direkt berühren möchte, legt einfach ein sauberes Taschentuch über den Mund-Nasenraum), und haucht den Luft-Inhalt eures Mundes in die Katze. Mehr braucht es nicht, bei korrekter Durchführung hebt und senkt sich der Brustkorb. Bei kräftigem Hineinpusten würde die Lunge überdehnen – oder die Katze bekommt Luft in den Magen und muss erbrechen … daher bitte nur sanft Luft zuführen!

Solange der Stubentiger nicht selbst atmen kann, müsst ihr weiter beatmen, sucht euch also Hilfe für den Transport in die Tierklinik.

Herzstillstand:

Wenn ihr zusätzlich zum Atemstillstand auch keinen Puls feststellen könnt, ist eine Herzmassage wichtig. Legt die Katze auf die rechte Seite und legt eine Hand so hinter den linken Ellenbogen, dass ihr den Daumen auf die Herzgegend legen könnt. Mit den Fingern der Hand haltet ihr die Katze und dem Daumen könnt ihr nun das Herz stimulieren (so schnell ihr drücken könnt). Da ein Stubentiger ohne Kreislauf nicht atmet, müsst ihr Herzmassage und Beatmung abwechseln (etwa 10:1).

Nun zu den möglichen Notfällen:

Unfälle

Eine Katze kann vom Auto angefahren werden oder aus dem Fenster/vom Balkon stürzen. Dabei ist sie in der Lage, sich zu verstecken, denn in der Schocksituation spürt sie keine Schmerzen. Helft daher bitte mit, die Katze zu suchen.

Eine verletzte Katze kann sich wehren, und wird es auch tun, weil sie unsere guten Absichten nicht versteht. Daher tragt immer dicke Arbeitshandschuhe, wenn ihr eine Katze aus einer Gefahrenzone holt. Und denkt bitte an den Eigenschutz! An einer viel befahrenen Straße geht bitte kein Risiko ein, sondern wartet auf die Polizei.

Eine kompetente und liebe Tierärztin und Freundin sagt immer: „Katzen sind Flüssigkeiten“. Sie meint damit, dass die Stubentiger leicht aus einem Handtuch oder einer Decke „fließen“, vor allem aus Fleece-Gewebe! Es ist immer gut, eine verunfallte Katze in einem dichten Tuch in ein Behältnis zu heben. Das kann eine Transportbox sein; aber ein Karton tut genauso gute Dienste, wenn man ihn verschließen kann. Achtet darauf, dass die Katze gut atmen kann. Und dann schnell mit ihr in die Tierklinik!

Sollte die Katze dabei einen Knochenbruch erlitten haben, „renkt“ bitte nichts ein. Anzeichen für Brüche können sein: „schlappes“ Hängen des Schwanzes, Gehen auf drei Beinen oder „Robben“ mit den Vorderbeinen, abnorme Stellung eines Beines oder ein „seltsam“ schiefes Becken.

Hebt die Miez vorsichtig auf eine feste Unterlage, notfalls auf eine Decke oder Jacke. Offene Brücke bedeckt ihr mit einem sterilen Verbandstuch aus dem Verbandkasten.

Freigänger und Streuner verletzten sich manchmal an Scherben oder scharfkantigen Dosen. Sollte die Wunde stark bluten und die Katze es sich gefallen lassen, könnt ihr die Wunde mit den Mitteln eures Verbandkastens verbinden. Sollten die Zehen betroffen sein, polstert die Zwischenzehenräume bitte mit Verbandwatte oder gerollten Kompressen, dann kommt die gesamte Pfote in eine Kompresse, die mit Pflaster oder einer Mullbinde fixiert wird.

Eine spezieller Fall des Verunglückens ist das Kippfenster-Syndrom!

Egal ob rein oder raus: Katzen nutzen die kleinste Pforte! Leider rutschen dann viele in den Spalt und bleiben meist im Taillenbereich im Kippfenster hängen. Die Miez‘ kann sich aus dieser Lage nicht befreien, strampelt und rutscht so immer tiefer. Dadurch werden lebenswichtige Organe wie die Nieren gequetscht oder die Blutzufuhr in die hintere Region abgeschnürt. Das kann binnen Kurzem tödlich enden.

Vorbeugung ist einfach: möglichst die Fenster nicht auf Kipp stellen! Falls es nicht anders geht, steckt bitte Sperrklötzchen ein oder installiert Schutzgitter. Soll die Katze Frischluft bekommen, kann man ein stabiles Fliegengitter einbauen, dann kann das Fenster geöffnet bleiben.

Wenn ihr eine Katze im Kippfenster hängen seht, handelt bitte sofort! Falls ihr solch einen Vorfall von außen seht, klingelt bitte unbedingt – vielleicht haben die Halter es nicht mitbekommen. Sollte niemand öffnen, ruft bitte die Feuerwehr.
Unterstützt das Hinterteil, zieht gleichzeitig die Katze am Nackenfell hoch und hebt sie aus dem Spalt. Wenn möglich nutzt dafür ein Handtuch oder eine Tischdecke, denn die verletzte Katze wird sich wehren.

Selbst wenn der Stubentiger äußerlich unversehrt aussieht, bringt ihn bitte sofort zum Tierarzt oder in die Tierklinik.

Bissverletzungen

Freigänger oder Streuner können durch Artgenossen, Hunde, Marder und andere Beutegreifer verletzt werden. Häufig sieht man eine Wunde nicht sofort, da die spitzen Zähne des Angreifers einen „Stichkanal“ bilden, der kaum blutet. Geht bitte trotzdem nach einem solchen Vorfall zur Tierärztin, denn solche Wunden müssen gespült und behandelt werden, sonst bildet sich ein sehr schmerzhafter Abszess, der operiert werden muss.

Verbrennungen, Verbrühungen

Katzen sind neugierig und möchten alles untersuchen. Daher kann es passieren, dass sie sich an der Herdplatte oder am Kamin verbrennen oder auf den heißen Grill springen. Manchmal fällt durch Unachtsamkeit ein Topf mit kochender Flüssigkeit vom Herd, vor dem ein Stubentiger sitzt. Oder die Katze läuft im Sommer über heißen Teer.

Sind lediglich Pfoten betroffen, könnt ihr diese mit einem „Coolpack“ oder Eiswürfeln aus dem Eisschrank kühlen – dazu wickelt ihr das Gefrorene in ein Küchentuch, damit der Frost nicht direkt an die Gliedmaße gerät. Ist bei einer Verbrühung oder Verbrennung ein größerer Teil des Körpers betroffen, feuchtet ihr ein sauberes Küchentuch an und legt es auf die liegende Katze. Auch in diesen Fällen packt den Stubentiger ein und sucht den Notdienst auf.

Vergiftungen

Im Gegensatz zu Hunden sind Katzen sehr wählerisch bei der Nahrungsaufnahme. Trotzdem gibt es giftige Nahrungsmittel und Substanzen, die Schaden anrichten oder gar tödlich sind. Schokolade, Knoblauch, Rosinen, Blumensträuße, Giftpflanzen, Medikamente, Duftöle, Alkohol oder Putzmittel sollten nie zugänglich sein. Eine Gefahr besteht für Freigänger durch Mäuse- und Rattengift, das die Beutetiere zu sich genommen haben! Gifte können auch durch Ablecken des Fells aufgenommen werden.

Die Symptome sind vielfältig: heftiges Speicheln, plötzliches starkes Erbrechen oder Durchfall, Krampfanfälle oder unkontrollierbares Zucken.

Eine Katze mit Verdacht auf eine Vergiftung bringt bitte sofort in die Tierklinik oder zur Tierärztin, dies ist ein absoluter Notfall. Wenn möglich, nehmt eine Probe der aufgenommenen Substanz mit.

Erste Hilfe lernen

Falls ihr euch unsicher seid, ob ihr wirklich helfen könnt: in einem Notfall kann man nicht viel falsch machen, außer gar nichts zu tun – denn der nächste Weg führt sowieso zum Tierarzt oder in die Klinik!

Wie bei den Erste Hilfe-Schulungen für Menschen (und speziell Erste Hilfe bei Kindern) gibt es solche Kurse auch für Tierhalter! Meist werden solche Schulungen von Hundeschulen angeboten. Dort wird beispielsweise das Anlegen eines Verbandes am eigenen Hund geübt. Wenn ihr keinen Hund habt, dürft ihr bestimmt am Dozentenhund üben oder es werden im Unterricht große Plüschhunde eingesetzt. Auch Hilfsorganisationen bieten manchmal solche Kurse an … sie sind hiermit „wärmstens empfohlen“.
Auch eine kleine „Hausapotheke“ sollte man auch für die Samtpfote haben!

Alle diese Hinweise sind wertvoll, wenn eine Katze Hilfe braucht.
Aber habt ihr auch vorgesorgt, wenn ihr selbst akut ins Krankenhaus müsst oder einen Fahrradunfall habt? Denkt bitte an Notfallkontakte, die sich um eure Tiere kümmern. Du kannst beispielsweise eine spezielle Nummer im Handy speichern, eine Notfallkarte ins Portemonnaie stecken (am besten zum Organspendeausweis oder der Krankenversicherungskarte) und/oder einen Hinweis an der Wohnungstür hinterlassen. Solche Karten gibt es beispielsweise bei der Organisation „Vier Pfoten“ (https://www.vier-pfoten.de/kampagnen-themen/themen/heimtiere/notfall-set-zur-tierrettung), bei www.allein-daheim.de oder zum kostenlosen Ausdrucken bei www.tieresucheneinzuhause.de.

Hoffen wir, dass ihr das alles nie benötigt!

Andrea C. Schäfer
www.katzenkompetenz.de
November 2020

(Grafiken: „Vier Pfoten“)

Zum Weiterlesen:

Dr. Michael Streicher: „Notfälle bei Katzen“, Antheon Verlag
Dr. Michael Streicher: „Erste Hilfe für meine Katze“, Cadmos Verlag

Hausapotheke für Katzen: https://einfachtierisch.de/katzen/katzen-gesundheit/hausapotheke-fuer-katzen-was-muss-in-den-erste-hilfe-kasten-112577

Ein gutes Video: https://youtu.be/8KsnNwkstZc

Wenn es maunzt und schnurrt