Katzenfernsehen

Seid ihr längere Zeit täglich außer Haus?

Dafür gibt es „Katzenfernsehen“! 🙀
Das Katzenfernsehen ersetzt natürlich nicht die regelmäßigen Spieleinheiten, denn auch wenn Katzen gerne und ausdauernd „lauern“, benötigen sie Erfolgserlebnisse.

Vogeltod durch Katzen?

Naturschützern werfen Hauskatzen gerne vor, für das Artensterben der Vögel verantwortlich zu sein.

Aspekte aus Sicht des Katzenverhaltens:

– Katzen jagen bevorzugt Kleinsäuger, aber daneben auch andere Tierre, derer sie habhaft werden können.
– Streuner/Heimatlose jagen, um zu überleben! Daher ist die Kastration von Streunern und Freigängern so wichtig!
– Ökologisch bildet sich ein Räuber-Beute-Gleichgewicht. Vögel reagieren auf Jagddruck mit mehr Gelegen und ziehen mehr Junge auf (dies gelingt jedoch nicht bei sehr kleinen Populationen oder fehlenden Ausweichmöglichkeiten, beispielsweise auf Inseln).
– Man kann Katzen die Vogeljagd erschweren, beispielsweise durch Schutzringe an Bäumen, Pflanzen von dichten dornigen Büschen und dem taktischen Aufstellen von Vogelfutterstellen und -bädern (damit Predatoren weithin sichtbar sind und keinen Zugriff haben).

Eine neue Studie zeigt zusätzliche Maßnahmen: https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/mit-fleisch-und-spiel-gegen-raeuberei/?fbclid=IwAR3grZPU_9jcAod16uiXzLRepbui3Zkff29goiqEyGGnpbwwrwC1aHuwsJQ

Ein weiterer Link:
https://www.wissenschaft-aktuell.de/artikel/Die_Katze_laesst_das_Mausen_nicht__ndash__oder_doch_1771015590875.html?fbclid=IwAR2WGmckMV7RNJG4qLcA3UBajG0kkHmoAkAhGglFbKY8i_N7dqvkxxZpzIQ

Kurzgesagt: Spielen und artgerechtes Futter sind wichtige Komponenten im Katzenleben, ob sie nun jagt oder nicht!

Frohe Feiertage!

Liebe Katzenfreundinnen und -freunde,

ein gar seltsames Jahr neigt sich dem Ende zu. Weil wir unseren Katzen oft ähnlich sind, brauchen wir nicht so viel „Trubel“ und können es uns zuhause gemütlich machen. Diese Lebensweise hilft uns auch in dieser Pandemie.

Ein bisschen Entschleunigung tut uns sicher allen gut, ob man das nun die „stade Zeit“ oder „Rauhnächte“ nennt.

Als kleines Geschenk habe ich eine Geschichte eingelesen und hoffe, Sie haben / du hast ein wenig Freude daran.

Entspannte Tage und „trotzdem“ ein schönes Fest!

Erste Hilfe „Für die Katz'“

Die meisten von uns wissen was zu tun ist, wenn Angehörige, KollegInnen oder Passanten verunfallen oder plötzlich schwer erkranken. Aber was tun wir, wenn unsere Stubentiger unter Atemnot leiden oder schwer gestürzt sind?

Um schnell reagieren zu können ist es ratsam, die Telefonnummer der nächstgelegenen Tierklinik, des Haustierarztes oder der Tierrettung eingespeichert oder am „Schwarzen Brett“ zu haben. Ruft bitte immer an, bevor ihr losfahrt!
In manchen Städten gibt es auch einen tierärztlichen Notdienst – auf der entsprechenden Website steht die Nummer des diensthabenden Veterinärs. Bei einem Verkehrsunfall ruft bitte die Polizei. Ist die Katze in einen tiefen Schacht gefallen, beispielsweise in die Kanalisation, hilft die Feuerwehr!

Bis die Tierärztin die Katze behandeln kann, könnt ihr Erste Hilfe leisten.

Dafür benötigen wir ein paar Informationen und Handgriffe.

Atmung:

Die Atmung können wir gut am entspannt schlummernden Stubentiger zuhause sehen. Man zählt 15 Sekunden lang das Heben des Brustkorbes, bei einer eingeringelten Katze des Bauches. Das Ergebnis nimmt man x 4. Eine erwachsene entspannte Katze atmet 20-40 mal pro Minute.

Sehr gestresste, verletzte oder schwer kranke Katzen hecheln oder atmen mit offenem Maul.

Herz/Kreislaufsystem:

Wisst ihr, wie man den Puls fühlt? Am besten übt man das mit einer entspannten Katze zuhause. Man legt die Hand leicht um den Oberschenkel. Mit Zeige- und Mittelfinger kann man nun an der Innenseite tasten, bis man die längsseitige Muskelgrube findet. Mit etwas Übung kann man in dieser „Rinne“ den Puls fühlen. Oder ihr legt die Hand sanft an den Brustkorb, so dass ihr mit dem Zeigefinger den Herzschlag spüren könnt.
15 Sekunden lang zählen und dann x 4 nehmen. Eine erwachsene Katze in Ruhe hat einen Puls von etwa 100-130 pro Minute.

Körpertemperatur:

Die Normaltemperatur beträgt bei der Katze 38-39°C, ist also höher als bei uns Menschen. Ab 40°C hat die Katze Fieber und gehört unbedingt der Tierärztin vorgestellt.

Schock und Bewusstlosigkeit:

In der „menschlichen“ Ersten Hilfe lernt man die Schockanzeichen. Der Schock tritt immer dann auf, wenn das Gehirn durch einen Unfall oder ein akutes Krankheitsgeschehen veranlasst, dass möglichst nur noch die lebenswichtigen Organe durchblutet werden, das sind das Gehirn selbst, das Herz, die Lunge und Nieren und Leber. Alles andere wird gewissermaßen „abgeschaltet“. Einen Schock erleidet man bei Unfällen, aber auch bei starken Blutungen, einer Vergiftung oder heftigen allergischen Reaktionen.

Man erkennt bei der Katze den Schock an einer zu schnellen und flachen Atmung, dem fehlenden Puls am Bein und den blassen, fast weißen Schleimhäuten. Anfangs ist die Katze vielleicht noch ansprechbar, trübt jedoch nach und nach ein. Eine bewusstlose Katze atmet, wird jedoch auf Ansprache oder Berührung nicht wach. Ohren und Beine fühlen sich kalt an.
Egal aus welcher Ursache: eine solche Katze muss dringend zum tierärztlichen Notdienst! Auf der Fahrt achtet bitte darauf, dass die Katze atmen kann. Legt sie auf die linke Seite und die hintere Partie etwas erhöht. So kann das Blut gut zum Herzen fließen. Außerdem haltet die Katze warm, in dem ihr sie in ein Handtuch oder eine Jacke wickelt (der Kopf muss herausschauen).

Atemstillstand:

„Ohne Sauerstoff kein Leben“, das ist eine wichtige Regel, die man im Sofortmaßnahmenkurs lernt. Das ist auch bei Katzen der Fall. Und wie beim Menschen gibt es auch bei der Katze mehrere Gründe für einen Atemstillstand.

So kann sie beispielsweise in einen ungesicherten Pool oder Teich gefallen und beinahe ertrunken sein. Durch einen Insektenstich oder ein Stück gesplitterten Knochen können die Atemwege verlegt werden. Auch eine Vergiftung kann zum Atemstillstand führen.

In einem solchen Fall könnt ihr die Katze beatmen! Zunächst öffnet das Mäulchen und entfernt darin befindliche Fremdkörper. Die Zunge könnt ihr seitlich in den Lippenspalt legen.

Legt eure Lippen um Nase und Maul der Katze (wer die Haut nicht direkt berühren möchte, legt einfach ein sauberes Taschentuch über den Mund-Nasenraum), und haucht den Luft-Inhalt eures Mundes in die Katze. Mehr braucht es nicht, bei korrekter Durchführung hebt und senkt sich der Brustkorb. Bei kräftigem Hineinpusten würde die Lunge überdehnen – oder die Katze bekommt Luft in den Magen und muss erbrechen … daher bitte nur sanft Luft zuführen!

Solange der Stubentiger nicht selbst atmen kann, müsst ihr weiter beatmen, sucht euch also Hilfe für den Transport in die Tierklinik.

Herzstillstand:

Wenn ihr zusätzlich zum Atemstillstand auch keinen Puls feststellen könnt, ist eine Herzmassage wichtig. Legt die Katze auf die rechte Seite und legt eine Hand so hinter den linken Ellenbogen, dass ihr den Daumen auf die Herzgegend legen könnt. Mit den Fingern der Hand haltet ihr die Katze und dem Daumen könnt ihr nun das Herz stimulieren (so schnell ihr drücken könnt). Da ein Stubentiger ohne Kreislauf nicht atmet, müsst ihr Herzmassage und Beatmung abwechseln (etwa 10:1).

Nun zu den möglichen Notfällen:

Unfälle

Eine Katze kann vom Auto angefahren werden oder aus dem Fenster/vom Balkon stürzen. Dabei ist sie in der Lage, sich zu verstecken, denn in der Schocksituation spürt sie keine Schmerzen. Helft daher bitte mit, die Katze zu suchen.

Eine verletzte Katze kann sich wehren, und wird es auch tun, weil sie unsere guten Absichten nicht versteht. Daher tragt immer dicke Arbeitshandschuhe, wenn ihr eine Katze aus einer Gefahrenzone holt. Und denkt bitte an den Eigenschutz! An einer viel befahrenen Straße geht bitte kein Risiko ein, sondern wartet auf die Polizei.

Eine kompetente und liebe Tierärztin und Freundin sagt immer: „Katzen sind Flüssigkeiten“. Sie meint damit, dass die Stubentiger leicht aus einem Handtuch oder einer Decke „fließen“, vor allem aus Fleece-Gewebe! Es ist immer gut, eine verunfallte Katze in einem dichten Tuch in ein Behältnis zu heben. Das kann eine Transportbox sein; aber ein Karton tut genauso gute Dienste, wenn man ihn verschließen kann. Achtet darauf, dass die Katze gut atmen kann. Und dann schnell mit ihr in die Tierklinik!

Sollte die Katze dabei einen Knochenbruch erlitten haben, „renkt“ bitte nichts ein. Anzeichen für Brüche können sein: „schlappes“ Hängen des Schwanzes, Gehen auf drei Beinen oder „Robben“ mit den Vorderbeinen, abnorme Stellung eines Beines oder ein „seltsam“ schiefes Becken.

Hebt die Miez vorsichtig auf eine feste Unterlage, notfalls auf eine Decke oder Jacke. Offene Brücke bedeckt ihr mit einem sterilen Verbandstuch aus dem Verbandkasten.

Freigänger und Streuner verletzten sich manchmal an Scherben oder scharfkantigen Dosen. Sollte die Wunde stark bluten und die Katze es sich gefallen lassen, könnt ihr die Wunde mit den Mitteln eures Verbandkastens verbinden. Sollten die Zehen betroffen sein, polstert die Zwischenzehenräume bitte mit Verbandwatte oder gerollten Kompressen, dann kommt die gesamte Pfote in eine Kompresse, die mit Pflaster oder einer Mullbinde fixiert wird.

Eine spezieller Fall des Verunglückens ist das Kippfenster-Syndrom!

Egal ob rein oder raus: Katzen nutzen die kleinste Pforte! Leider rutschen dann viele in den Spalt und bleiben meist im Taillenbereich im Kippfenster hängen. Die Miez‘ kann sich aus dieser Lage nicht befreien, strampelt und rutscht so immer tiefer. Dadurch werden lebenswichtige Organe wie die Nieren gequetscht oder die Blutzufuhr in die hintere Region abgeschnürt. Das kann binnen Kurzem tödlich enden.

Vorbeugung ist einfach: möglichst die Fenster nicht auf Kipp stellen! Falls es nicht anders geht, steckt bitte Sperrklötzchen ein oder installiert Schutzgitter. Soll die Katze Frischluft bekommen, kann man ein stabiles Fliegengitter einbauen, dann kann das Fenster geöffnet bleiben.

Wenn ihr eine Katze im Kippfenster hängen seht, handelt bitte sofort! Falls ihr solch einen Vorfall von außen seht, klingelt bitte unbedingt – vielleicht haben die Halter es nicht mitbekommen. Sollte niemand öffnen, ruft bitte die Feuerwehr.
Unterstützt das Hinterteil, zieht gleichzeitig die Katze am Nackenfell hoch und hebt sie aus dem Spalt. Wenn möglich nutzt dafür ein Handtuch oder eine Tischdecke, denn die verletzte Katze wird sich wehren.

Selbst wenn der Stubentiger äußerlich unversehrt aussieht, bringt ihn bitte sofort zum Tierarzt oder in die Tierklinik.

Bissverletzungen

Freigänger oder Streuner können durch Artgenossen, Hunde, Marder und andere Beutegreifer verletzt werden. Häufig sieht man eine Wunde nicht sofort, da die spitzen Zähne des Angreifers einen „Stichkanal“ bilden, der kaum blutet. Geht bitte trotzdem nach einem solchen Vorfall zur Tierärztin, denn solche Wunden müssen gespült und behandelt werden, sonst bildet sich ein sehr schmerzhafter Abszess, der operiert werden muss.

Verbrennungen, Verbrühungen

Katzen sind neugierig und möchten alles untersuchen. Daher kann es passieren, dass sie sich an der Herdplatte oder am Kamin verbrennen oder auf den heißen Grill springen. Manchmal fällt durch Unachtsamkeit ein Topf mit kochender Flüssigkeit vom Herd, vor dem ein Stubentiger sitzt. Oder die Katze läuft im Sommer über heißen Teer.

Sind lediglich Pfoten betroffen, könnt ihr diese mit einem „Coolpack“ oder Eiswürfeln aus dem Eisschrank kühlen – dazu wickelt ihr das Gefrorene in ein Küchentuch, damit der Frost nicht direkt an die Gliedmaße gerät. Ist bei einer Verbrühung oder Verbrennung ein größerer Teil des Körpers betroffen, feuchtet ihr ein sauberes Küchentuch an und legt es auf die liegende Katze. Auch in diesen Fällen packt den Stubentiger ein und sucht den Notdienst auf.

Vergiftungen

Im Gegensatz zu Hunden sind Katzen sehr wählerisch bei der Nahrungsaufnahme. Trotzdem gibt es giftige Nahrungsmittel und Substanzen, die Schaden anrichten oder gar tödlich sind. Schokolade, Knoblauch, Rosinen, Blumensträuße, Giftpflanzen, Medikamente, Duftöle, Alkohol oder Putzmittel sollten nie zugänglich sein. Eine Gefahr besteht für Freigänger durch Mäuse- und Rattengift, das die Beutetiere zu sich genommen haben! Gifte können auch durch Ablecken des Fells aufgenommen werden.

Die Symptome sind vielfältig: heftiges Speicheln, plötzliches starkes Erbrechen oder Durchfall, Krampfanfälle oder unkontrollierbares Zucken.

Eine Katze mit Verdacht auf eine Vergiftung bringt bitte sofort in die Tierklinik oder zur Tierärztin, dies ist ein absoluter Notfall. Wenn möglich, nehmt eine Probe der aufgenommenen Substanz mit.

Erste Hilfe lernen

Falls ihr euch unsicher seid, ob ihr wirklich helfen könnt: in einem Notfall kann man nicht viel falsch machen, außer gar nichts zu tun – denn der nächste Weg führt sowieso zum Tierarzt oder in die Klinik!

Wie bei den Erste Hilfe-Schulungen für Menschen (und speziell Erste Hilfe bei Kindern) gibt es solche Kurse auch für Tierhalter! Meist werden solche Schulungen von Hundeschulen angeboten. Dort wird beispielsweise das Anlegen eines Verbandes am eigenen Hund geübt. Wenn ihr keinen Hund habt, dürft ihr bestimmt am Dozentenhund üben oder es werden im Unterricht große Plüschhunde eingesetzt. Auch Hilfsorganisationen bieten manchmal solche Kurse an … sie sind hiermit „wärmstens empfohlen“.
Auch eine kleine „Hausapotheke“ sollte man auch für die Samtpfote haben!

Alle diese Hinweise sind wertvoll, wenn eine Katze Hilfe braucht.
Aber habt ihr auch vorgesorgt, wenn ihr selbst akut ins Krankenhaus müsst oder einen Fahrradunfall habt? Denkt bitte an Notfallkontakte, die sich um eure Tiere kümmern. Du kannst beispielsweise eine spezielle Nummer im Handy speichern, eine Notfallkarte ins Portemonnaie stecken (am besten zum Organspendeausweis oder der Krankenversicherungskarte) und/oder einen Hinweis an der Wohnungstür hinterlassen. Solche Karten gibt es beispielsweise bei der Organisation „Vier Pfoten“ (https://www.vier-pfoten.de/kampagnen-themen/themen/heimtiere/notfall-set-zur-tierrettung), bei www.allein-daheim.de oder zum kostenlosen Ausdrucken bei www.tieresucheneinzuhause.de.

Hoffen wir, dass ihr das alles nie benötigt!

Andrea C. Schäfer
www.katzenkompetenz.de
November 2020

(Grafiken: „Vier Pfoten“)

Zum Weiterlesen:

Dr. Michael Streicher: „Notfälle bei Katzen“, Antheon Verlag
Dr. Michael Streicher: „Erste Hilfe für meine Katze“, Cadmos Verlag

Hausapotheke für Katzen: https://einfachtierisch.de/katzen/katzen-gesundheit/hausapotheke-fuer-katzen-was-muss-in-den-erste-hilfe-kasten-112577

Ein gutes Video: https://youtu.be/8KsnNwkstZc

Speis‘ und Trank


Gesunde und ausgewogene Katzenernährung

Vorabveröffentlichung aus dem Buchprojekt
„Kleine Tiger im Wohnzimmer – Das Katzenbuch (nicht nur) für Teens“

Deine Katze benötigt immer frisches Wasser. Reinige den Wassernapf also täglich und fülle ihn neu auf. Beachte bitte, dass der Wassernapf nie direkt neben dem Futternapf stehen soll, sonst trinkt deine Katze nicht gerne. Das liegt daran, dass unsere Hauskatze von Wüstenbewohnern abstammt. Im heißen Wüstenklima wird Fleisch sehr schnell schlecht. Daher trinken Katzen nicht dort, wo die gammelige Maus herumliegt, denn das Wasser könnte dann mit Bakterien und Parasiten verseucht sein. Natürlich gibt es bei dir frisches Futter, das nicht verwest, aber deine Katze denkt da eben immer noch wie ein Wüstenbewohner. Bitte stelle also den Wassernapf mindestens zwei Meter vom Futternapf entfernt auf, vielleicht sogar in einen andern Raum – natürlich nicht neben das Katzenklo, denn du würdest ja auch nicht gerne neben der Toilette trinken oder essen wollen. Und noch ein Problem gibt es mit den Wüstenbewohnern: sie trinken wenig. Unsere Katzen müssen aber trinken, vor allem wenn sie gerne Trockenfutter fressen. Um deiner Mieze das Trinken „schmackhaft“ zu machen, stelle am besten mindestens zwei Wasserschalen in verschiedenen Zimmern auf, dann wird sie während ihrer täglichen Gänge daran „erinnert“, dass man ja trinken kann.
Als Wasserschale wähle bitte eine Porzellanschüssel oder eine ungiftig glasierte Keramikschale. In Aluminiumschalen schmeckt das Wasser oft metallisch, das mag deine Katze nicht.
Eine Alternative ist ein Zimmerbrunnen oder ein Katzenbrunnen. Viele Tigerchen trinken gerne, wenn sich das Wasser bewegt (so wie in einem Bach). Einen Zimmerbrunnen musst du peinlich sauber halten, so wie die Wasserschüsseln, weil sich sonst Algen und Bakterien festsetzen. Ein spezieller Katzenbrunnen hat einen Aktivkohlefilter, so dass das Wasser immer sauber und frisch ist. Hier brauchst du nur Wasser auffüllen und alle zwei Wochen den Brunnen reinigen und den Filter wechseln.
Bitte gib deiner Katze keine Kuhmilch zu trinken! Milch ist ein Lebensmittel und keine Flüssigkeitszufuhr. Außerdem vertragen die meisten erwachsenen Katzen die Milch nicht mehr (Milch ist ja in der Natur nur für Kinder gedacht) und bekommen Durchfall (dies nennt sich Lactoseunverträglichkeit). Wenn du deiner Mieze ab und zu Milch geben möchtest (Achtung, sie enthält viele Kalorien, man muss dann also das feste Futter reduzieren!), dann kaufe lactosefreie Milch (gibt es im Reformhaus, aber auch schon in vielen Supermärkten) oder spezielle Katzenmilch. Da dies ziemlich teuer ist, gib ihr lieber ab und zu einen Teelöffel Naturjoghurt oder Hüttenkäse zu schlabbern. Das vertragen Katzen gut und schmeckt ihnen auch.

Sicher ist dir schon aufgefallen, wie viele Katzenfuttersorten es gibt. In der Fernsehwerbung sieht man glückliche Katzen um die Beine ihrer Menschen schmeicheln. Man könnte also meinen, dass das bestimmt ein gutes Futter ist… aber du solltest keiner Werbung einfach so glauben! Unternehmen machen Werbung, weil sie ihre Produkte verkaufen wollen. Wer viel Werbung macht, hat oft nicht mehr soviel Geld, um auch auf die Qualität der Produkte zu achten. Leider ist so auch beim Katzenfutter.

Katzen sind Fleischfresser. In der Natur würden sie pro Tag ungefähr 15-20 Mäuse fangen und größtenteils auch verzehren. An so einer Maus ist ja auch nicht viel dran, aber die Katze frisst auch Fell und Knochen mit. Diese Nebenstoffe braucht die Katze, um z.B. die Zähne und den Darm zu reinigen.

Und nun schau‘ dir mal die Etiketten auf einer Futterpackung an (egal, ob es Trocken- oder Nassfutter ist). Der erste genannte Inhaltsstoff ist am häufigsten im Produkt drin, der letztgenannte am wenigsten.
Sollte als erster Stoff irgendetwas aus Getreide stehen, lass‘ das Produkt bitte im Regal, deine Katze ist kein Körner- oder Maisfresser!
Wenn als erster Stoff Fleisch und/oder „Tierische Nebenprodukte“ steht, dazu in Klammern z.B. „4% Ente“, dann heißt das, dass da nur mindestens 4 % Entenfleisch sicher drin ist – aber über den anderen Inhalt erfährst du nichts! Das kann also Abfallfleisch aus der Tierverwertung sein, weil wir Menschen z.B. nicht mehr alles vom Rind verwenden (z.B. Klauen oder Haut). Möchtest du deiner Katze Abfall füttern?

Bitte achte ganz besonders darauf, dass kein Zucker oder Karamell enthalten ist! Deine Katze braucht keinen Zucker, und genau wie du kann sie davon Karies bekommen! Da sich Katzen die Zähne nicht selbst putzen und auch ungern von dir putzen lassen, bilden sich Zahnbeläge… irgendwann stinkt deine Katze aus dem Maul, das Zahnfleisch schwindet und die Zähne fallen aus oder müssen gezogen werden. Bitte erspare das deinem Stubentiger!

Was also füttern?
Trockenfutter ist praktisch, da es keinen Schmutz macht. Aber die meisten Trockenfuttersorten sind bei der Produktion so stark erhitzt worden, dass alle Vitamine und Mineralstoffe zerstört wurden. Die Hersteller fügen dann künstliche Stoffe wieder dazu, damit das Futter einen Nährwert hat. Statt Natur erhält deine Katze dann Chemie. Es gibt bereits Studien, dass chemisch hergestellte Vitamine vom Körper nicht so gut verwertet werden können wie natürliche. Außerdem werden häufig Konservierungsstoffe zugesetzt, um das Futter länger haltbar zu machen. Wie in der Menschenernährung ist aber auch hier „frisch“ am besten. Also lieber keine Konservierungsstoffe und schneller verbrauchen.
Da Katzen eh‘ nur wenig trinken, kann es sein, dass deine Katze bei ausschließlicher Trocken-Fütterung zu wenig Flüssigkeit aufnimmt, und das kann auf die Dauer z.B. zu Nierenproblemen führen.
Also ist Trockenfutter nicht die beste Wahl, aber es gibt Katzen, die bestehen darauf! Die Tigerchen sind manchmal mäkelige Esser nach dem Sprichwort „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht“.
Wenn es also Trockenfutter sein muss, dann achte auch darauf, dass es einen hohen Fleischanteil hat (mind. 45%) und dass es keine Konservierungsstoffe oder chemischen Zusätze enthält.
Wofür du Trockenfutter gut verwenden kannst, ist zum Spielen! Du kannst z.B. so ein Bröckchen werfen und deine Katze darf es jagen. Oder du versteckst es, und sie darf es suchen. Auch als Belohnung für ein kleines Kunststückchen ist Trockenfutter gut. Viele Spielideen findest du im entsprechenden Kapitel. Bitte denke aber daran, dass du die „Spielbröckchen“ von der Tagesfutterration abziehst, sonst wird deine Katze zu dick.

Also lieber Nass- oder Feuchtfutter kaufen. Ob das in Schalen, Dosen oder Beutelchen verpackt ist, ist wirklich egal, denn auch hier kommst es auf den Inhalt an! Achte auch hier also auf den Fleischanteil – und dass dieser vollständig angegeben ist (also nicht nur z.B. 4%). Außerdem soll auch dieses Futter keinen Zucker und keine Konservierungsstoffe enthalten.
Insofern ist es auch egal, ob das Futter in Stückchen oder in Pastetenform aufbereitet ist. Bei den Stückchen hat eine Katze mehr zu kauen. Es gibt aber welche, die dann nur die Soße aufschlecken und die Bröckchen liegen lassen. Und es gibt auch welche, die nur Pastete und keine Stückchen wollen! Das kannst du deiner Katze also wie gewünscht vorsetzen, solange die Qualität stimmt.

Selbst kochen, auch das geht! Von einer warmen Mahlzeit in der Familie kann auch was für deinen Tiger „abfallen“. Allerdings bitte keine Tischreste, denn gewürzte Speisen tun deiner Katze nicht gut! Man kann aber z.B. beim Zubereiten vom Fleisch ein wenig abschneiden und ungewürzt mitbraten. Vom Bratensaft oder von einer Hühnerbrühe kann man ein wenig für die Katze abzweigen, bevor man es würzt. Gewürzte Soße darf Mieze also nicht bekommen. Auch Fisch kann man andünsten und dann vor dem Würzen ein wenig für den Tiger abschneiden. Die meisten Katzen mögen Gemüse nicht man kann ihr aber ruhig ein wenig davon in ihre normale Mahlzeit einrühren. Gemüse kann der Katzenkörper in rohem Zustand allerdings nicht verwerten, es muss also püriert werden. Auch wenig gekochter Reis darf mal sein, aber bitte keine Nudeln oder Kartoffeln. Eine Prise klein geschnittene Küchenkräuter kann man ebenfalls auf das Futter geben.

Und wie ist es mit den Knochen? Viele Leute geben ihren Katzen die Brathähnchen-Knochen zum „abnagen“. Meistens verletzen sich die Katzen tatsächlich nicht daran. Aber es gibt zwei Gründe, warum du das nicht machen solltest:
Das Brathähnchen ist gewürzt, das tut deiner Katze nicht gut.
Gekochte oder gegarte Knochen können splittern! Wenn dein Tiger einen solchen Knochen verschluckt, kann es böse Verletzungen in Rachen oder Speiseröhre geben!
Rohe Knochen dagegen sind völlig problemlos, denn diese können nicht splittern. Rohe Knochen oder Knorpel mit etwas Fleisch daran kannst du deiner Katze also ruhig geben. Wenn man also Fleisch vor dem Zubereiten ausbeint, bleibt auch immer etwas für deinen Tiger übrig. Man kann ihm vom Geflügel z.B. auch die rohen Unterschenkel geben, bevor das Tier gebraten oder gekocht wird. Die meisten Katzen lieben es, ein Stück Fleisch mit Knochen zu bekommen. Sie nagen diesen dann ganz eifrig ab und sind auch eine ganze Weile beschäftigt. Das macht Spaß und ist gesund!

Wie viel Futter deine Katze pro Tag benötigt, ist individuell ganz verschieden! Es kommt darauf an, ob deine Katze groß oder klein ist, eine kleine Kätzin oder ein imposanter Kater, welcher Rasse sie angehört, ob sie Freigänger ist oder nur in der Wohnung lebt, ob sie kastriert ist oder nicht, ob sie allgemein sehr lebhaft und verspielt oder eher träge und faul ist.
Spezialfutter für Katzenkinder solltest du nur geben, bis die Katze ungefähr ein halbes Jahr ist. Sonst setzt dein Tigerchen schnell Speckröllchen an!
Katzen werden schnell dick, und genau wie bei den Menschen tut das deiner Mieze nicht gut. Achte also auf ihr Gewicht. Dazu kannst du sie regelmäßig wiegen. Du kannst das richtige Gewicht bei einer Katze auch durch Fühlen feststellen. Dazu streichst du mit beiden Händen seitlich am Körper an den Rippen entlang. Die Rippen solltest du dabei „etwas“ spüren, sie dürfen aber weder knochig hervorstehen, noch gar nicht mehr zu fühlen sein. Wenn du dir nicht sicher bist, lass‘ dir das vom Tierarzt oder Tierheilpraktiker zeigen.

Wichtig ist auch die Häufigkeit der Fütterung. Wie bereits gesagt, würde eine Katze in der Natur mindestens 10 x pro Tag eine Maus verspeisen. Manche jagen eher nachts, manche mehr tagsüber, aber immer über 24 Stunden verteilt, unterbrochen von Schlafphasen. So ist also auch der ganze Stoffwechsel deiner Katze darauf eingerichtet, häufige, aber kleine Portionen zu verwerten.
Wenn du deiner Katze nur zweimal pro Tag große Portionen vorsetzt, ist das also nicht so günstig und kann in höherem Alter zu gesundheitlichen Problemen führen (.B. Zuckerkrankheit).
Versuche es also einzurichten, dass deine Katze mindestens dreimal täglich gefüttert wird, falls sie nicht selbst auf Mäusejagd gehen kann.
Wenn ihr alle tagsüber nicht zuhause seid, kann man z.B. einen Futterautomaten programmieren, der sich dann mittags öffnet.
Es gibt auch Katzen, denen man eine gefüllte Schale Trockenfutter hinstellen kann, und die sich selbst bedienen. Sie holen sich dann ab und zu ein paar Bröckchen (der Tierarzt sagt dazu „ad libitum-Fütterung“ = “nach Belieben“). Das geht aber nur, wenn deine Katze nicht einfach alles in sich hinein schaufelt (besonders kastrierte Kater neigen häufig dazu). Nicht nur, dass dann nichts mehr für später da ist, führt das auch schnell dazu, dass deine Mieze zu dick wird!

Die dritte Fütterungsmöglichkeit ist die Rohfütterung, auch BARF genannt (=Biologisch artgerechte Roh-Fütterung). Hier wird das Futter selbst gemacht!
Man mischt dazu ca. 80-90% Fleisch mit 10-20 % Gemüse. Dazu kommt dann noch etwas hochwertiges Öl (z.B. Nachtkerzen- oder Leinöl) und Mineralpulver mit Taurin.
Das jeden Tag machen zu müssen, ist etwas mühsam, daher kauft man am besten alle Zutaten für etwa vier Wochen, mischt das Futter und friert dann einzelne Tagesrationen ein. Man braucht dafür natürlich eine Tiefkühltruhe oder einen ausreichend großen Gefrierschrank. So hat man nur einmal im Monat die Arbeit und taut dann die jeweilige Tagesration am Vorabend auf (natürlich wird auch diese Tagesration in mehrere Portionen verteilt). Ganz wichtig ist, dass du deiner Katze niemals Gefrorenes oder Kühlschrank-Kaltes geben darfst, sie kann sonst Magenschmerzen oder Durchfall bekommen.
Mit der Rohfütterung muss man sich etwas mehr beschäftigen, da deine Katze ja alles bekommen soll, was für eine gute Ernährung notwendig ist und keinen Mangel leiden soll! Aber so schwer ist es nun auch nicht.
An Fleisch kann man fast alles nehmen: Rind, Wild, Geflügel, Pferd, Seefisch (Fisch und Innereien aber bitte nur höchstens einmal die Woche, und als Ausnahme sollte Fisch immer gedünstet oder leicht angebraten werden)… nur kein Schwein und keinen Süßwasserfisch! Dabei darf es alles sein: Muskelfleisch, Innereien, Fleischknochen… es darf ruhig auch sehniges Fleisch sein, oder solches mit Haut oder Knorpel.
Beim Metzger kann man nach „Hundefutter“ fragen. Das ist Fleisch, das Menschen nicht so gerne essen (z.B. Innereien), aber trotzdem vollwertig ist. Es darf aber kein Pansen darin sein! Zum einen können Katzen den nicht gut verwerten, zum Anderen schmeckt er ihnen einfach nicht und sie lassen das Futter dann komplett stehen.
Das Fleisch wolft man (man kann es sich auch vom Metzger wolfen lassen) oder schneidet es mit dem Messer in gröbere Brocken (etwa Gulaschgröße), damit die Katze etwas zu kauen hat (damit putzt sie sich nämlich gleich die Zähne!). Es darf auch mal ein Eigelb dabei sein (aber kein rohes Eiweiß).
Ganz wichtig bei der Fleischverarbeitung ist die Hygiene! Schneidebretter, Messer, Fleischwolf etc. müssen nach der Arbeit in die Spülmaschine oder heiß mit Spülmittel abgewaschen werden, und auch die Arbeitsflächen müssen mit Putzmittel heiß gewischt werden. Sonst könnten sich Keime (z.B. Salmonellen) bilden und vermehren, die für Tier und Mensch gesundheitsschädlich sind, z.B. schwere Durchfälle verursachen.
An Gemüse kann man auch fast alles nehmen, außer Avocado, Tomaten und Zwiebelgewächse (also auch Knoblauch und Lauch). Am besten sind ganzjährig Möhren und Gurken zu bekommen. Gemüse muss grundsätzlich gekocht, püriert oder mit der Küchenmaschine zu Mus verarbeitet werden, sonst kann die Katze es im Darm nicht verwerten.
Dann Öl, das Mineralpulver und Taurin dazu (dazu muss man sich im Fachhandel oder vom Tierheilpraktiker beraten lassen, denn normale Zoogeschäfte oder Futtermärkte führen diese Produkte nicht!) und alles gut vermischen.
Zur Rohfütterung findest du im Anhang Buch-Tipps.
Man kann inzwischen auch fertiges Rohfutter bekommen, hauptsächlich im Internet, aber auch in speziellen Futter-Shops. Man bestellt die Menge für z.B. 4 Wochen (das Futter wird in gefrorenem Zustand per Post geliefert und muss sofort nach Erhalt bei euch in den Tiefkühler!) und kann dann täglich die benötigte Portion auftauen.

Nun kann es sein, dass du oder deine Eltern kein Fleisch verarbeiten möchten, z.B. weil sie Vegetarier sind.
Wir Menschen haben die Möglichkeit, uns für oder gegen Fleischkonsum zu entscheiden, weil wir von unserer Natur „Allesfresser“ sind und auch ohne tierische Produkte leben können – die Katze kann das aber leider nicht! Ihr ganzer Körper und damit auch das Verdauungssystem ist auf Fleisch angewiesen! Im Handel erhältliches „vegetarisches oder veganes Fertigfutter“ muss mit chemischen Stoffen so aufbereitet werden, dass es von der Katze überhaupt verwertet werden kann. Das ist auf Dauer aber wirklich nicht gesund. Du darfst daher deine Katze niemals vegetarisch oder gar vegan (also ganz ohne tierisches Eiweiß) ernähren!
Wenn bei euch zuhause also kein Fleisch verarbeitet wird, achte auf ein hochwertiges, gesundes Fertigfutter mit hohem Fleischanteil.

Wenn deine Katze Fertigfutter bekommt, solltest du deiner Katze ab und zu das Gefühl zu geben, dass sie „Beute“ hat und ordentlich kauen kann („Zähneputzen“). Gib ihr dazu ein- bis zweimal die Woche ein Stück rohes Fleisch. Das kann ein Hühnerflügel oder –unterschenkel sein, ein Stück Rindergulasch, ein gulaschgroßes Stück Leber oder gekochten Fisch (beides bitte nur einmal die Woche), 2-3 Hühnerherzen (auch hier kannst du beim Metzger oder an der Fleischtheke gleich mehrere Stücke kaufen und sie dann zuhause einfrieren), ein Eintagsküken oder eine Maus (tote Mäuse oder Küken erhälst du als Frostfutter im Reptilienfachgeschäft. Bitte verfüttere nie lebende Tiere, das wäre Tierquälerei)! Je nach dem, was du gut besorgen kannst. Denke daran, das Fleisch rechtzeitig vor der Fütterung aufzutauen! Mäuse gibt man komplett, bei Eintagsküken ist anzuraten sie zu rupfen (Küken unter heißem Wasser abspülen, dann kann man die Haut mit den Federn von den Füssen an gut abziehen), weil deine Katze beim Rupfen sonst die ganze Küche „verwüstet“.
Bitte wasche rohes Fleisch, egal ob frisch gekauft oder aufgetaut, immer unter fließendem Wasser heiß ab, bevor du es deiner Katze gibst. Damit werden evt. auf der Oberfläche vorhandene Krankheitserreger abgespült. Die Flächen, wo deine Katze das rohe Fleisch gefuttert hat, solltest du hinterher ebenfalls gut reinigen, am besten mit heißem Wasser und Putzmittel.

Was aber nun, wenn deine Mieze das gesunde Futter einfach nicht annimmt, weil sie es nicht kennt?
Bei der Umstellung auf Rohfütterung ist das recht einfach, man probiert einfach aus, was ihr schmeckt. Manche Katzen sind es auch einfach nicht gewohnt zu kauen, dann kann man das Fleisch anfangs wolfen oder in kleine Stückchen schneiden und geht nach und nach auf größere Stücke über.
Beim Fertigfutter stellen sich manche Katzen wirklich an. Es kann sein, dass dein Tigerchen in den Napf guckt und sich dann mit Grausen abwendet. Vielleicht jammert Mieze dich dann sogar an, weil sie doch sooo verhungert ist! Lass‘ dich nun ja nicht erweichen, ihr lieber etwas anderes vorzusetzen! Sonst hast du in kürzester Zeit eine Katze, der du täglich viele verschiedene Döschen aufmachen musst, bis der „Herrschaft“ etwas „genehm“ ist. Und den Rest kannst du dann wegwerfen…
Es gibt zwei Möglichkeiten, deine Katze umzustellen. Die eine ist: du stellst ihr das Futter hin, und wenn sie es in einer Viertelstunde nicht aufgefuttert hast, nimmst du es ihr wieder weg und stellst es kühl. Diese Portion kann zumindest an diesem Tag noch mehrmals gereicht werden. Eine gesunde erwachsene Katze kann ruhig zwei Tage hungern. Sie wird dich volljammern, aber du musst unbedingt hart bleiben! Normalerweise wird deine Mieze am zweiten Tag fressen – außer sie ist Freigänger und geht „auswärts speisen“, z.B. zum Nachbarn!
Wenn die Radikalmethode nicht klappt, du ein junges Kätzchen oder einen Katzensenior hast oder sich deine Mieze anderswo bedienen würde, musst du das Futter langsam umstellen. Dazu mischst du eine winzige Menge (etwa Bohnengröße) neues Futter in das Gewohnte. Wichtig ist, dass du wirklich gut mischst, weil deine Katze das Neue sonst aussortiert. Jeden Tag steigerst du den Anteil des neuen Futters um einen kleinen Teil, z.B. einen viertel Teelöffel voll. Wenn deine Katze an einem Tag das Futter verweigert, musst du zwei Tage „zurück“, also die Neu-Menge von vor zwei Tagen einrühren. Diese Methode ist aufwendig, du musst mit mindestens zwei Wochen Umstellungszeit rechnen. Aber die meisten Katzen bekommt man so an das gute Futter. Es gibt allerdings ganz Hartnäckige (das sind meist ältere Katzen), die auf ihrem Anteil minderwertigen Futters bestehen und ansonsten lieber verhungern würden – dann mischt du das Futter, so gut es eben geht.

Braucht deine Katze Leckerchen? Nein, natürlich nicht, aber ist es nicht schön, deine Mieze ab und zu belohnen zu können, wenn sie etwas besonders toll gemacht hat oder sie besonders lieb war?
Auch hier musst du aber auf Qualität achten! Die meisten Leckerchen im Tierhandel enthalten Zucker oder Karamell und/oder sind sehr kalorienreich. Wie beim Futter bekommt dein Tiger also schlechte Zähne oder Übergewicht, und das alles schadet…
Als Snacks eignet sich daher am besten Trocken-Fleisch oder -Fisch. Diese Naturprodukte gibt es im Handel, du kannst sie aber auch selbst machen!
Dazu schneidet man Fleisch oder Fisch in kleine Stückchen (etwa daumennagelgroß) und legt sie auf ein Backblech (Backpapier unterlegen). Dann das Blech bei 60°C etwa eine Stunde in den Backofen (mit Umluft). Nach einer halben Stunde die Stückchen wenden. Prüfe ab und zu, ob die Stückchen schon gut durchgetrocknet sind, dann kannst du sie auch schon früher herausnehmen. Die fertigen Snacks legst du nach dem Abkühlen in eine gut schließende Plastikdose. Prüfe täglich, ob sie noch gut sind, sie riechen dann lecker und sehen gut aus. Noch besser ist es, wenn du die Leckerchen in mehreren Portionen in Folienbeutel einschweißen kannst. Backe nie mehr Leckerchen, als du in etwa vier Wochen verwendest.
Denke bitte daran, dass du die Snacks von der täglichen Futterration abziehen musst, sonst führt auch das zu Übergewicht.

Schön wäre es, wenn du alle Produkte, sowohl für die Rohfütterung als auch Fertigfutter in Bio-Qualität kaufst. Denn nicht nur deine Katze soll es gut haben, sondern auch die Nutztiere, die für das Futter sterben.

Was zur Katzenernährung auf jeden Fall noch dazu gehört, ist Gras! Nein, deine Katze ist keine Kuh, aber sie benötigt Gras zur Verdauung. Damit räumt sie den Magen auf. Katzen sind ja sehr reinlich und putzen sich gründlich das Fell. Dabei nehmen sie natürlich Haare auf, die sich dann im Magen zusammenballen. Das Gras sorgt nun dafür, dass diese Haarballen besser durch den Darm rutschen. Es kann aber auch sein, dass dein Tigerchen nach dem Grasfressen erbricht. Keine Bange! Das ist ganz natürlich, sie spuckt damit auch diese lästigen Haarballen aus.
Katzengras kannst du in der Gärtnerei oder im Tierfachgeschäft kaufen. Du kannst auch einfach Grassamen in einer flachen Schale ansähen. Sobald das Gras ca. 4 cm hoch ist, darfst du es deiner Katze vorsetzen. Wenn du einen Balkon hast, kannst du in der Gärtnerei auch ein Stück Rollrasen kaufen und diesen in eine flache Schale legen. Deine Katze wird sich darüber freuen, denn man kann es nicht nur essen, sondern sich auch reinlegen.

Andrea C. Schäfer
Tierheilpraktikerin/Tierpsychologin
www.thp-schaefer.de

Literatur:
Angela Münchberg: Katzen naturnah ernähren
Angela Münchberg: Kräuterbuch für Katzen
Anna Laukner: Katzen füttern: Gesund-lecker-appetitlich
Hans-Ulrich Grimm: Katzen würden Mäuse kaufen (Schwarzbuch Tierernährung)
Susanne Reinerth: Natural Cat Food
Kyra Stempell: Alles für die Katz – Rezepte für Naschkatzen
Rita Mae Brown: Sneaky Pies Katzenkochbuch
Birgit Frost: Naturnahe Ernährung für Katzen

Das stille Örtchen …

„Katzeklo, Katzeklo, ja das macht die Katze froh“, hat der Jazz-Musiker und Schauspieler Helge Schneider einmal gedichtet.

So unrecht hat er damit nicht, vielleicht ist er selbst Katzenhalter oder hat zumindest Erfahrung mit den Stubentigern.

Jede Katze benötigt im Haus eine Toilette. Auch Freigänger gehen gerne auf eine Wohnungstoilette, z.B. wenn das Wetter ungemütlich und nass ist. Aber auch wenn im Revier noch andere Katzen leben, geht sie vielleicht lieber in ihre Katzenkiste, weil sie sich durch ihre Ausscheidungen dann nicht verrät (Katzen erledigen ihr Geschäft nicht nur, weil sie „müssen“, sondern hinterlassen auch Urin- und Kotmarken zur Kommunikation mit anderen Katzen).

Zunächst ist wichtig, dass man seiner Katze mindestens zwei Klos anbieten sollte. Die kleinen Tiger setzen im Freien Kot und Urin an getrennten Stellen ab (u.a., um ihr Revier zu markieren). Wenn eine Katze dazu gezwungen ist, ihre Ausscheidungen an einem einzigen Platz zu machen, wird sie das aus der Not heraus natürlich tun, aber angenehmer für sie ist, wenn sie zu verschiedenen Stellen gehen kann. Wichtig wird das Ganze, wenn mehr als eine Katze im Haushalt leben! Häufig suchen sie nicht gerne Toiletten auf, in denen sich zuvor schon eine andere Katze erleichtert hat. Die ideale Zahl an Toiletten ist: „eins pro Katze + 1“. Bitte stellen Sie Katzenklos auch nicht alle nebeneinander, sondern verteilen Sie sie in der Wohnung, am besten an Stellen mit wenig Durchgangsverkehr (also nicht in den Flur oder ein Kinderzimmer). Katzen machen ihr Geschäft am liebsten heimlich.

Katzenklos gibt es in verschiedenen Formen und Ausführungen. Viele Menschen finden „Haubentoiletten“ praktisch, weil nicht so viel herausgescharrte und –getragene Streu in der Wohnung verteilt wird. Es gibt allerdings Katzen, die ein Haubenklo nicht betreten mögen. In der Natur gehen Katzen auch nicht in Höhlen, um ihr Geschäft zu verrichten. Besonders „unkätzisch“ sind Haubenklos mit Schwingtür. Wenn die Katze dort ihren Kot absetzt, finden das ihre empfindlichen Nasen überaus abstoßend! Auch für uns Menschen riecht es nicht nach „Veilchen“, aber man kaufe dagegen nicht das im Handel angebotene „Katzendeo“. Damit wird der Geruch nur überlagert, und es stinkt dann für die Katze nach Kot UND Deo – vielleicht mag sie so eine Toilette dann gar nicht mehr aufsuchen und wird ggf. unsauber.

Am besten bietet man seiner Katze normale rechteckige Toiletten an. Vor allem bei großen Katzen, z.B. Norwegische Waldkatzen, sollte man auch große Klos anbieten, denn die Katze soll ganz hineinsteigen und sich bequem hinhocken können. „Ecktoiletten“ sind meist zu klein, weil sich die Katze darin nicht gut umdrehen kann. Alternativ kann man auch Kunststoffwannen oder -kisten besorgen, die es im Haushaltswarenbereich gibt. Diese Wannen sind oft günstiger und haben einen hohen Rand, dadurch fällt nicht so viel Streu heraus. Für Katzenkinder sind diese Wannen jedoch leider nicht geeignet, weil sie noch nicht hineinspringen können.

Wichtig ist natürlich auch, was in das Kistchen hinein kommt: die Streu. Diese gibt es in den verschiedensten Sorten. Man wähle besser nicht billige Streusorten im Supermarkt, weil sie meist sehr stauben – sowohl Mensch als auch Katze atmen diese Stäube ein und diese sind gesundheitlich bedenklich.

Es gibt Klumpstreu und solche, bei der der Urin versickert. Da man die Kistchen sowieso peinlich sauber halten muss, ist man bei der Wahl der Streu frei, aber Klumpstreu ist für erwachsene Katzen praktischer. Man muss dann nur einmal täglich die Urinklumpen und den Kot mit einer Schaufel entfernen. Alle drei bis vier Wochen entsorgt man den kompletten Inhalt der Kiste, spült das Klo mit heißen Wasser aus (am besten nimmt man dazu eine Spülbürste, die nur für die Katzentoiletten verwendet wird – und wichtig: ohne Putz- oder Spülmittel!) und füllt mit neuer Streu auf auf. Bei einer nichtklumpenden Streu weiß man leider nie so ganz, wann es Zeit zur kompletten Neufüllung ist, denn die menschliche Nase ist nicht so fein wie die Katzennase. Bei einer nichtklumpenden Streu kann es je nach Qualität sein, dass man die Kisten bereits nach einer oder zwei Wochen komplett reinigen musst.

Qualität lohnt sich gerade bei Katzenstreu! Hochwertige Sorten binden Urin besser, und sind sehr viel ergiebiger. Trotz der vermeintlich hohen Kosten sind sie daher umgerechnet günstiger als minderwertige Ware.

Für Katzenkinder verwende man besser keine Klumpstreu. Wie Menschenbabys auch, nehmen auch Kätzchen erst mal alles ins Mäulchen und „probieren“, ob man es essen kann. Bei Versickerungsstreu ist es nicht so schlimm, wenn ein Bröckchen verschluckt wird, aber Betonit-Klumpstreu würde sich im Magen zusammen ballen. Notfalls müsste das Tier dann operiert und der Klumpen entfernt werden.

Streu gibt es aus verschiedenen Materialien. Je feiner und sandähnlicher die Streu, desto angenehmer ist das für die zarten Katzenpfötchen.

Hier ist zu einer Streu aus feinen Holzbröckchen oder Maisgranulat zu raten, denn die Urinklumpen können (je nach Anweisung des Entsorgungsunternehmens) ggf. in der Biotonne entsorgt werden (der Kot kann z.B. in der Menschentoilette entsorgt werden). Betonit-/Mineral- oder Keramik-Streu gehört auf jeden Fall in den Restmüll. Bei der Menge Streu, die in einem Katzenleben anfällt, sollten wir durchaus an die Umwelt denken!

Inzwischen gibt es auch „automatische“ Katzentoiletten, die entweder die Hinterlassenschaften mit einem Rechen in einen Aufbewahrungsbehälter schieben oder sogar mit Wasserspülung arbeiten. Das klingt zwar sehr praktisch, ist es aber nicht unbedingt. Es gibt nämlich Katzen, die es nicht mögen, wenn sich unter Ihnen etwas bewegt – oder die das Geräusch dieser Toiletten abschreckt. Und wenn eine Katze irgend etwas an ihrem Klo nicht mag, wird sie es nicht oder nur ungern benutzen und sich ggf. einen anderen Platz suchen!

Kleine Kätzchen lernen den Toilettengang von ihrer Mutter: sie zeigt den Kleinen, wo man sich erleichtert. Wenn nun aber ein Katzenkind bei Ihnen einzieht, müssen Sie ihm zunächst zeigen, wo die Toilette ist! Wenn Sie nach dem Transport vom Tierheim oder Züchter zuhause angekommen sind, setzen sie das Kätzchen am besten in das Klo. Sollte es tatsächlich gleich scharren (man kann es ihm auch „vormachen“), loben Sie es in hohen und sanften Tönen. So lernt es schnell, dass es etwas richtig macht. Sollte das Katzenkind gleich „pieseln“, umso besser. Es kann aber auch sein, dass es sich vor Aufregung zunächst nicht erleichtern kann. Am besten lassen Sie es die ersten Stunden nicht aus den Augen. Irgendwann wird das Kätzchen „müssen“, es sucht also einen Platz. Dazu wird es am Boden intensiv schnuppern, sich auf einer Stelle vielleicht auch mehrmals umdrehen, versuchen zu scharren und sich hinzuhocken… Dann nehme man das Tigerchen sanft hoch und setze es in die Toilette oder leite es sanft mit den Händen zum entsprechenden Platz (was den Vorteil hat, dass sich das Tier den Weg schneller einprägt). Und nach „Verrichtung“ natürlich wieder tüchtig loben.

Im Regelfall wird ein Kätzchen sehr schnell stubenrein, weil Katzen von Natur aus sehr reinlich sind. Sollte trotzdem mal etwas daneben gehen, z.B. weil das Kätzchen den weiten Weg zum Klo nicht mehr geschafft hat, bestrafen und beschimpfen Sie es bitte nicht. Es kann ja nichts dafür, wenn der Weg so weit und die Blase noch so klein ist! Bei nächsten Mal also einfach besser aufpassen… (man kann natürlich gerade zu Anfang mehrere kleine Toiletten aufstellen, deren Anzahl man mit der Zeit reduziert).

Beschmutzte Stellen müssen gründlich gereinigt werden. Nicht nur, weil Urin und Kot Flecken ergeben, sondern weil es für die Katze dann nach „Toilettenstelle“ riecht und sie sich dies schnell als „richtigen Platz“ einprägt. Urin und Kot müssen daher gut weggewischt werden, aber bitte nicht mit herkömmlichem Putzmittel nachreinigen! Putzmittel (vor allem mit Ammoniak) riecht für eine Katze wie Urin, und sie würde die gereinigte Stelle mit einem Toilettenplatz verwechseln. Am besten verwendet man heißes Wasser und zusätzlich Produkte, die Geruchsmoleküle restlos biologisch abbauen (nicht nur übertünchen) und die man auf die gereinigte Stelle aufsprüht.

Zieht eine erwachsene Katze ein, wird sie im Regelfall immer stubenrein sein. Am besten darf sie zunächst nicht die ganze Wohnung erkunden, sondern nur den Raum, in dem auch das Klo steht. Da eine Katze nach einem Transport relativ schnell „muss“, wird sie die Toilette auf diese Art schnell finden.

Sind andere Katzen im Haushalt, wird sich der Neuzugang die „Toilettenregeln“ schnell abschauen. Beachten Sie jedoch die Erhöhung der Anzahl an Kistchen, damit sich jede Katze jederzeit ungestört erleichtern kann.

Wenn Ihre Katze Freigang genießen darf, muss sie die ersten drei-vier Wochen nach dem Einzug (auch nach einem Umzug) erst mal im Haus oder in der Wohnung bleiben, weil sie diese genau kennenlernen muss, um dann nach und nach ihren Radius und ihr Revier zu erweitern. Manchmal muss ein Freigänger auch wegen einer Erkrankung o.ä. zuhause bleiben.

Freigänger bestehen aber häufig darauf, ihr Geschäft draußen zu verrichten! Manche Freigänger werden in der Wohnung unsauber, weil sie den „Freiheitsentzug“ nicht verstehen können.

Hier hilft es meistens, an die Stelle, an der die Katze normalerweise die Wohnung verlässt, z.B. an die Terrassentür oder Katzenklappe, eine Toilette zu stellen.

Draußen in der Natur vergräbt eine Katze ihre Hinterlassenschaften bevorzugt in Erde oder Sand (daher bekommt man als Freigänger-Halter leider manchmal Probleme mit den Nachbarn, wenn die Katze ihre Geschäfte in ein Blumenbeet oder einen Sandkasten absetzt). Um Ihrem Freigänger das Wohnungs-Klo angenehm zu machen, füllt man am besten Erde hinein, entweder direkt aus dem Garten oder einfache Blumenerde, gemischt mit ein wenig Sand. Sicherlich ist die Entsorgung hier etwas aufwendiger als bei Katzenstreu, aber dies ja nur für einen überschaubaren Zeitraum.

Andrea C. Schäfer
Tierpsychologin/Tierheilpraktikerin
www.thp-schaefer.de

Protein im Katzenfutter

Eiweiß ist der Grundbaustein jeder guten Katzennahrung, die Folgen eines Proteinmangels sind nicht unerheblich für den Fleischfresser Katze. Immer öfter hört man aber von Tierärzten und selbsternannten Experten von Katzenfutter mit einem“ zu hohen“ Proteingehalt. Kann es auch „Zuviel des Guten“ geben, kann ein Eiweißüberschuss möglicherweise Krankheiten auslösen?

von Andrea Schäfer

Um zu verstehen, warum Proteine/Eiweiße für die Katze so wichtig sind, müssen wir uns ihre Ernährungsgewohnheiten ansehen. Katzen sind im Grunde polyphasische Beutegreifer. Das bedeutet, sie gehen unabhängig von der Tageszeit auf Jagd – ihre Beute, die Maus, unterliegt keinem starren Tag-Nacht-Rhythmus, sondern ist das ganze Jahr über rund um die Uhr aktiv.

Warum Protein?

Da Katzen ihren Körper in regelmäßigen Abständen mit Nahrung versorgen können und aufgrund der geringen Größe ihrer Beutetiere müssen, benötigen sie keine Stoffwechselfunktionen zum Speichern und späteren Verarbeiten der Nahrungsbestandteile. So gewinnt die Katze ihre Energie aus Eiweiß, während größere Beutegreifer, nehmen wir als Beispiel den Hund, die Energie (auch) aus Kohlenhydraten generieren, die langfristig im Körper gespeichert werden können. Katzen haben sich im Laufe der Evolution so auf ihre Beute spezialisiert, dass der Organismus die Fähigkeit zur Verstoffwechslung von Kohlenhydraten und Speicherung von Energie fast vollständig verloren hat. Sie bilden ihren Blutzucker nicht aus Kohlenhydraten, sondern aus Eiweiß. Kohlenhydrate werden bei der Katze zu Fett umgewandelt, das die Leber nur in absoluten Notlagen in Energie umwandeln kann. Die Katzennahrung sollte darum vor allem aus einem entstehen: Protein bzw. Eiweiß aus Fleisch. Pflanzenkost kann von der Katze so gut wie gar nicht aufgeschlossen werden, sie führt im Übermaß zu Mangelerscheinungen und sogar Stoffwechselstörungen, da die zu reichliche Zufuhr von Kohlenhydraten unter anderem Diabetes (Zuckerkrankheit) auslöst (den Zusammenhang von Bauchspeicheldrüsenerkrankungen und Ernährung haben wir bereits ausführlich in Pfotenhieb 4 betrachtet). Leider enthalten die meisten handelsüblichen Katzennahrungen pflanzliche Bestandteile als Füllstoff oder um das Futter „billig“ produzieren zu können.

Die Niere

Katzennieren sind Hochleistungsorgane. Sie sind in der Lage, die benötigte Flüssigkeit allein aus dem Beutetier zu generieren und den Urin so hoch zu konzentrieren, dass die in Wüsten lebenden Vorfahren und Verwandte unserer Katze stoffwechselbedingt kaum Wasser verlieren. Katzen trinken daher wenig, bei Fütterung mit Trockennahrung sogar eindeutig zu wenig. Durst kennen sie kaum, oft sieht man sie nur im Hochsommer an einer Wasserstelle – und dann im Regelfall nicht an der leider immer noch üblichen Schüssel neben dem Fressnapf, sondern an Gießkannen oder Pflanzenuntersetzern. Sieht man Katzen auffallend häufig und beispielsweise auch im Winter zur Wasserstelle pilgern, sollte man seinen Stubentiger einem Tierarzt oder Tierheilpraktiker vorstellen. Ein zusätzliches Warnsignal ist ein häufiger Toilettenbesuch. Oft haben die Nieren dann bereits einen Teil ihrer Funktion eingebüßt, können den Harn nicht mehr ausreichend konzentrieren und harnpflichtige Stoffe weniger gut ausscheiden.

Proteine und Nieren stehen in einem engen Zusammenhang. Wir müssen nun einen kurzen Ausflug in die Biochemie unternehmen. Fleisch enthält viel Eiweiß, Mineralstoffe, Aminosäuren und anderes, was die Katze unbedingt benötigt (unter anderem Taurin und Arachidonsäure, die der Körper nicht selbst produzieren kann). Ein hoher Proteingehalt korreliert mit einem hohen Phosphorgehalt (vor allem in magerem Rindfleisch). Das Element Phosphor ist in Phosphat gebunden. Und Phosphat belastet zusammen mit dem Stickstoff aus den Eiweißen die Katzennieren, weil es dem Körper Flüssigkeit entzieht und den Organismus übersäuert. Phosphor wird von gesunden Nieren mit dem Urin „entsorgt“. Sind die Nieren jedoch beeinträchtigt, kann Phosphat nicht ausgeschieden werden und bringt den Mineralstoffhaushalt durcheinander.

Häufig wird von Tierärzten für nierenkranke Katzen eine eiweißarme Ernährung empfohlen und entsprechendes Diätfutter verkauft. Der Gedanke dahinter: Wenig Eiweiß enthält wenig Stickstoff und Phosphat, eine eiweißarme Ernährung soll also die Nieren schonen. Doch das ist ein Trugschluss: In derartigen Diäten werden die tierischen Eiweiße meist durch pflanzliche Bestandteile ersetzt. Doch Getreide und andere Pflanzen stehen nicht auf dem Speiseplan von Katzen, ihre Fütterung ist alles andere als gesund.

Sie sehen also: Katzen benötigen eine hochwertige proteinhaltige Nahrung aus tierischen Bestandteilen, da ihr Energiestoffwechsel eiweißbasiert ist. Auch bei nierenkranken Katzen sollte man keinesfalls den Eiweißgehalt reduzieren und durch pflanzliche Füllstoffe ersetzen, da es in der Folge zu kohlenhydratbedingten Erkrankungen vor allem der Bauchspeicheldrüse kommen kann!

Fütterung nierenkranker Katzen

Gesunde Nahrung muss für Katzen ein ausgewogenes Calcium-Phosphor-Verhältnis aufweisen, idealerweise 1,15:1 (also ein wenig mehr Calcium als Phosphor). In magerem Fleisch beträgt es oft nur 0,07:1, es ist also viel zu wenig Calcium enthalten – aus diesem Grund wird bei der Rohfütterung supplementiert, wenn Katzen nicht das natürliche Calcium aus Knochen und Knorpel des Beutetiers aufnehmen. Als Ballaststoff kann die Katze maximal 10 Prozent Pflanzenbestandteile „nutzen“, die sinnvollerweise gekocht werden, damit die Fasern aufgeschlossen werden. Wir müssen über tierische Bestandteile dafür sorgen, dass Katzen genügend Calcium aufnehmen. Eigentlich ist das ganz einfach: die Katze soll Knorpel und fleischige Knochen erhalten (die Maus wird ja ebenfalls mit ihren calciumhaltigen Bestandteilen gefressen)! Diese müssen allerdings roh gegeben werden, denn nur dann splittern sie nicht und sind unschädlich. Da Knochengewebe jedoch (zusätzlichen) Phosphor enthält, muss besonders bei der nierenkranken Katze darauf geachtet werden, dass sie nicht zu viel Knochenmaterial erhält. Es ist in diesem Fall (und generell bei älteren Katzen) besser, den Calciummangel im Fleisch durch Eierschalenmehl oder Algenkalk auszugleichen und auf fettreiche Fleischsorten umzusteigen, denn fettreiches Fleisch enthält weniger Phosphor.

Die beste Nahrung für Katzen ist die Rohfütterung – das gilt auch für nierenkranke Katzen. Da diese Nahrung das „ganze Beutetier“ imitiert, gehören auch Muskelfleisch, Innereien, Bindegewebe wie Haut und Haar, ein kleiner pflanzlicher Anteil (die Maus ist Vegetarier und die Katze frisst den fermentierten Mageninhalt mit) und ergänzende Öle und Mineralien dazu. Nierenkranke Katzen sollten phosphatarme Fleisch- und Fischsorten erhalten, damit auch Calcium nur sparsam „aufgefüllt“ werden muss. Rohfütterung ist daher nicht so einfach wie das Öffnen einer Dose, aber wirklich schwierig ist es nach einer guten Beratung nicht.

Wie sehen die Möglichkeiten neben der Rohfütterung aus? Eins ist besonders wichtig: Nassfutter! Besonders wenn die Nieren bereits geschädigt sind, ist Trockenfutter tabu (auch die meisten Diätfuttermittel sind daher ungünstig). Bei der Auswahl des Feuchtfutters sollte man auf einen hohen Fleischanteil von mindestens 85 Prozent achten. Katzennahrung besteht häufig aus kostengünstigem Rindfleisch. Da dies oft hohe Phosphatwerte aufweist, sind andere Fleischarten wie Lamm oder Geflügel geeigneter für nierenkranke Katzen (alternativ kann man auch tierische Fette dazu geben). Vorsicht bei der Futterwahl: Schaut man sich die Deklaration von Katzenfutter an, stellt man fest, dass in vielen Sorten mit „Wild“, „Fisch“, „Geflügel“… der Hautbestandteil Rind ist. Nur vier Prozent der aufgedruckten Bezeichnung müssen tatsächlich aus der aufgedruckten Eiweißquelle bestehen!

Da der Katzenorganismus auf häufige kleine Mahlzeiten eingerichtet ist, sollte sich dies auch in den Fütterungsintervallen widerspiegeln. Statt zweimal täglich größere Mengen zu geben, ist eine viermalige Fütterung auch für Berufstätige gut zu bewerkstelligen (nach dem Aufstehen – bevor man aus dem Haus geht oder eine Fütterung mittags mittels Futterspender – wenn man nach Hause kommt – vor dem Schlafengehen). Das Trinken sollte schmackhaft gemacht werden durch mehrere Wasserstellen entfernt vom Futterplatz, attraktive Gestaltung in Form von Trinkbrunnen oder durch Zugabe von einigen Tropfen laktosefreier Milch oder ungewürzter Fleischbrühe. Regenwasser wird meist lieber getrunken als kalkhaltiges oder gechlortes Leitungswasser, und selbst der „Frischegrad“ kann einen Unterschied machen (manche Katzen trinken erst, wenn das Wasser einen Tag abgestanden ist).

Eine gute Ernährungsberatung, beispielsweise durch einen Tierheilpraktiker, ist allerdings Grundlage jeder Ernährungsumstellung! Zusätzlich können homöopathische Mittel die Nierenfunktion unterstützen. Alternativ kann man nach Beratung durch den Tierarzt sogenannte „Phosphatbinder“ einsetzen. „Ipakitine“ ist calciumbasiert, darf daher nicht mit einer calciumangereicherten Nahrung gegeben werden. Andere Wirkstoffe, beispielsweise Lanthancarbonat, bringen den Mineralstoffwechsel nicht ins Ungleichgewicht und sind daher vorzuziehen. Diese Nahrungsergänzung kommt auch infrage, wenn die Katze wirklich nichts Anderes als Trockenfutter zu sich nehmen mag.

Zur Autorin:

Andrea C. Schäfer ist Tierheilpraktikerin und Tierpsychologin: www.thp-schaefer.de
Erstveröffentlichung in „Pfotenhieb“ 5, Cadmos-Verlag

Naturheilkunde für Katzen

Naturheilkunde und alternative Therapien

Immer mehr Menschen wenden sich im Krankheitsfall nicht nur an den Schulmediziner, sondern besinnen sich auf alte Hausmittel oder wenden sich an einen Heilpraktiker, Osteopathen, Arzt mit naturheilkundlicher oder chinesisch-medizinischer Ausrichtung oder Schamanen, oft mit guten Erfolgen. Daher sollen auch immer mehr Haustiere in den Genuss dieser vermeintlich nebenwirkungsfreien Therapien kommen. Wir haben für Sie zusammengestellt, welche Methoden sich für Katzen eignen und wie man einen guten Therapeuten findet.

von Andrea Schäfer

Naturheilkundliche Methoden, auch alternative Therapien genannt, betonen den Zusammenhang zwischen Körper, und Geist. In der Schulmedizin wird nach der Befunderhebung und einer körperlichen Untersuchung eine Diagnose gestellt. Daraufhin wird die Krankheit „bekämpft“: die nieren- oder zuckerkranke Katze bekommt eine Diät, die Katze mit einer Entzündung ein Antibiotikum, ein Allergiker Cortison, ein Tumor wird operiert, der Zahnstein wird entfernt. In der alternativen Heilkunde wird eine andere Herangehensweise gewählt: neben einer körperlichen Untersuchung wird auch der seelische Aspekt betrachtet. So werden Fragen nach der Harmonie in der Katze-Mensch-Beziehung oder in der Katzengruppe, eventuellem Stress und der Vorgeschichte der Katze gestellt, denn diese Faktoren können Krankheiten begünstigen oder sogar auslösen. Naturheilkundler und alternative Therapeuten betrachten also nicht das einzelne Symptom, sondern den gesamten Organismus. „Krankheit“ bedeutet bei ihnen, dass das gesamte „System“ ins Ungleichgewicht geraten ist. Diese Betrachtungsweise nennt man „ganzheitlich“.

Die beliebtesten Methoden entstammen der sogenannten energetischen oder Informationsmedizin. Über chemisch oder physikalisch messbare Effekte hinaus werden bei diesen Methoden die geistige Komponente des Wirkstoffes und die Wechselwirkung des Individuums mit seiner Umgebung einbezogen. Die Wissenschaft hat für diese im „feinstofflichen“ Bereich stattfindenden Prozesse noch keine Erklärung, jedoch scheint die Quantenphysik mit ihren Schwingungs- und Mechanik-Konzepten diesem „psychophysikalischen“ Phänomen auf die Spur zu kommen.

Der deutsche Arzt Samuel Hahnemann entdeckte Ende des 18. Jahrhunderts an der Wirkweise eines Malariamittels, dass es je nach Dosierung krankheitsähnliche Symptome auslösen, aber auch heilend wirken kann, wenn man es verdünnt. Die von ihm entwickelte Homoöpathie basiert auf dem Leitsatz „Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt („similia similibus curentur“). Hahnemanns Tod hat die Entwicklung nicht aufgehalten: Ärzte und Heilpraktiker in der ganzen Welt haben die Homöopathie weiter entwickelt, neue Mittel gefunden, zusätzliche Verdünnungsmethoden („Potenzierung“) entwickelt und auch die Verabreichung der Mittel optimiert. Die Arzneien stammen heute aus dem Pflanzen-, Tier- (z.B. Bienen- und Schlangengifte) und Mineralspektrum. In „Nosoden“ wirken sogar Krankheitserreger als Heilmittel. Im „Arzneimittelbild“ werden alle Reaktionen und Wirkweisen der jeweiligen Substanz festgehalten. In der Anwendung unterscheidet man die „klassische“ Homöopathie und die Anwendung von Mischungen, „Komplexmitteln“ oder speziell aufbereiteten Arzneien (beispielsweise aus der anthroposophischen Betrachtungsweise). Die klassische Homöopathie versucht, das passende Mittel für den Patienten zu finden. Der Therapeut wird eine Untersuchung des Patienten durchführen, vor allem fragt er jedoch nach vielen Umständen, die scheinbar nichts mit der Krankheit zu tun haben. In der „Repertorisation“ gewichtet der Therapeut die Feststellungen, denn manche Symptome und Auffälligkeiten sind für die Mittelfindung wichtiger als andere.

Klassische Homöopathie ist ein zeit- und kostenintensives Verfahren. Der Vorteil ist jedoch, dass unser Stubentiger ein Mittel erhält, das ganz genau auf ihn abgestimmt ist – individueller kann Medizin kaum sein! Homöopathische Mittel werden im Regelfall als Globuli („Milchzuckerkügelchen“) aufbereitet, von denen eine Katze etwa fünf pro Anwendung erhält. Mag die Katze diese nicht nehmen, kann man sie entweder in Wasser auflösen oder die geschmacklose Injektionslösung verwenden. Mit einer Plastikspritze ohne Nadel wird das Mittel dann ins Mäulchen gespritzt oder notfalls übers Futter gegeben.

Alle im Handel erhältlichen Fertig-Mischungen und Komplexmittel dagegen werden symptomatisch eingesetzt, also bei einem bestimmten Krankheitsbild. Ähnlich wie in der Schulmedizin versucht man damit, alle Auswirkungen einer Krankheit abzudecken. Natürlich kann so ein Mittel nicht so exakt sein wie das „eine“ passende, vom Heilpraktiker festgesetzte Homöopathikum. Aber auch homöopathische Mischungen haben sich bewährt.

Direkt abgeleitet von der Homöopathie wurden die Bachblüten- und die Schüßler-Therapie. Edward Bach suchte für seine Patienten der britischen Unterschicht eine kostengünstige Heilmethode, die vor allem die geistig-seelischen Aspekte berücksichtigt. Fündig wurde er in der englischen Pflanzenwelt. Die nach ihm benannten Bach-Blüten haben sich besonders bewährt, wenn nicht nur Körper, sondern auch Seele ins Ungleichgewicht geraten sind. Besonders bekannt sind die „Rescue-“ oder Notfalltropfen, eine bestimmte Mischung von Blüten, die sich in körperlichen und geistigen Notfallsituationen bewährt hat, von Unfällen, Tod geliebter Artgenossen oder bevorstehender eigener Tod bis hin zu Angstsituationen aller Art. Für Menschen werden fertige Alkohol-Lösungen verkauft – da Katzen Alkohol aber weder vertragen noch mögen, muss man die Lösungen entweder mit Quellwasser verdünnen oder als Globuli verabreichen.

Die Schüßler-Salze wurden von Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler aus der Homöopathie entwickelt. Diese Therapieform geht davon aus, dass Krankheiten durch ein Ungleichgewicht im Mineralhaushalt ausgelöst werden. Wie in der Homöopathie wird die Wirkung der Mineralstoffe durch Potenzierung verstärkt. Da es lediglich 12 Funktions- und 12 bis 15 Ergänzungsmittel gibt, ist die Wahl des passenden Salzes sehr viel einfacher als in der Homöopathie. Schüssler-Salze werden meist als Tabletten angeboten. Mag die Katze keine Tablette nehmen, kann man sie auch in ein wenig Wasser zu einem Brei auflösen.

Die Pflanzenheilkunde nennt man auch Phytotherapie. Schon unsere Vorfahren wussten, dass für (fast) jede Krankheit ein Kräutlein gewachsen ist. Die Phytotherapie ist wissenschaftlich anerkannt, viele Wirkstoffe wurden zuerst in Pflanzen gefunden, untersucht und dann chemisch „nachgebaut“. Allerdings vertragen Katzen nicht jede Pflanze, manche für uns Menschen wertvolle Substanz ist für unseren Stubentiger das reinste Gift! Auch die Anwendung als ätherisches Öl ist für Katzen nicht ganz ungefährlich. Daher ist eine sorgsame Auswahl der Kräuter erforderlich. Auch die Mykotherapie, also der Einsatz von Heilpilzen, fällt in diese Kategorie. Pflanzenmedizin wird entweder fein gemahlen oder in Essenzen ins Futter gegeben oder als Tee gereicht.

Physiotherapie wird meist ergänzend zur Schulmedizin angewandt. Massagen, manuelle Therapie und Bewegungsübungen können nach Unfällen, bei Arthrosen oder anderen degenerativen Prozessen und bei neurologischen Erkrankungen helfen. Katzen sind häufig nicht so kooperativ wie Hunde, aber einen kleinen Trainingsparcours zur Förderung der Bewegungskoordination kann man ihnen mit Leckereien durchaus schmackhaft machen. Massagen nehmen Katzen gern an, wenn sie es gewohnt sind, überall berührt zu werden. Im Regelfall erlernt der Halter die Techniken, und wendet sie dann zuhause regelmäßig an. Auch die Anwendung des „Tellington-Touch“ (auch TTOUCH genannt) hilft durch ein verändertes Körpergefühl nicht nur dem äußeren, sondern auch dem inneren Gleichgewicht. Die bei Hunden beliebte Hydrotherapie lässt sich bei Katzen nur sehr eingeschränkt anwenden. „An Land“ kann man die Magnetfeldtherapie einsetzen. Meist bekommt der Katzenhalter für einen gewissen Zeitraum eine Magnetfeldmatte geliehen, auf die sich das Tier regelmäßig legen soll. Katzen nehmen das Magnetfeld im Regelfall gerne an.

Die Traditionelle Chinesische Medizin, kurz TCM genannt, wurde im alten China schon immer am Tier angewandt. Auch sie betrachtet den gesamten Organismus, also Körper, Geist und Seele und den Gehalt an Lebensenergie, dem „Chi“ oder „Ki“. Die Behandlung beinhaltet mehrere Komponenten: Kräuterheilkunde, Akupunktur und Bewegungslehre. TCM ist daher vorrangig eine gesund erhaltende Lebenseinstellung, und erst nachrangig eine Heilmethode! Während Pferde und Hunde sehr gut mit Akupunktur behandelt werden können, ist die Anwendung an der Katze eingeschränkt. Der Stubentiger muss dafür ruhig liegen, was für unsere „Meister der Entspannung“ zuhause in ruhiger Umgebung kein Problem ist, aber sicherlich in einer Praxis oder im Beisein einer fremden Person wie des Therapeuten. Die Akupunktur wird an der Katze am besten nicht mit Nadeln, sondern mit einem Lasergerät durchgeführt. Die Behandlungsdauer wird dadurch minimiert und es besteht keine Verletzungsgefahr durch die Nadeln. Alternativ kann auch die Akupressur angewandt werden, die Akupunkturpunkte werden hier durch Fingerdruck, ein Holz- oder Wattestäbchen stimuliert. Der Therapeut wird hier den Tierhalter anleiten, so dass dieser die Katze in entspannenden Ruhephasen behandeln kann.

Manche Therapeuten nutzen Bioresonanz, Radionik, Elektroakupunktur nach Voll oder ein anderes elektronisches Verfahren zur Diagnostik und Behandlung. Diese Verfahren gehen von einer individuellen Schwingung einer Krankheitsursache aus, die das Gerät am Patienten ermittelt. Je nach Methode wird danach das passende Heilmittel ermittelt, eine Trägersubstanz als Heilmittel aufbereitet oder direkt mit Schwingungen behandelt.

Wichtig: Alle Heilmethoden können prinzipiell Nebenwirkungen haben, das gilt nicht nur für Schulmedizin, sondern auch für alternative Methoden. Die häufigsten unerwünschten Effekte können bei der Pflanzenheilkunde auftreten, die mit messbaren Wirkstoffen arbeiten. Auch in der Physiotherapie können manche Anwendungen eine Krankheit verschlimmern. Ein guter Therapeut sollte diese Risiken jedoch abwägen und minimieren können.

Ergänzende Methoden

Neben den genannten gibt es natürlich viele weitere Heilweisen, manche aus dem esoterischen Bereich. Sie werden im Regelfall nur ergänzend („komplementär“) zu einer schulmedizinischen oder alternativen Therapie eingesetzt. Bei der Katze eignet sich beispielsweise Reiki oder eine andere Form der „Energiearbeit“, Farblicht-, Edelstein- oder Musiktherapie. Dies ist längst keine abschließende Aufzählung! „Tierkommunikation“ ist beispielsweise ein Weg, um mit der Katze in Kontakt zu kommen und die Ursachen einer Erkrankung zu ergründen. Immer mehr Methoden, die sich beim Menschen bewähren, werden auf Tiere übertragen.

Wie finde ich den richtigen Therapeuten?

Wer kann Ihre Katzen nun behandeln? Der Tierarzt unseres Vertrauens ist immer der erste Ansprechpartner, wenn es um eine akute schwere Erkrankung, einen Unfall oder einen medizinischen Eingriff geht! Wollen wir in allen anderen Fällen Alternativen anwenden (beispielsweise bei allen chronischen Erkrankungen), haben wir die Wahl zwischen einem Tierarzt, der auch naturheilkundlich oder homöopathisch geschult ist, oder einem Tierheilpraktiker. Zum einen sollte man sich daher mit den verschiedenen Heilmethoden auseinander setzen. Hat man beispielweise mit der Homöopathie gute Erfahrungen gemacht, wird man auch für sein Tier gerne einen Homöopathen konsultieren. Zum anderen sollte man sich dann einen Therapeuten suchen, der die gewünschte Methode anbietet. In Österreich dürfen nur Tierärzte auch alternativmedizinisch arbeiten, Tierheilpraktiker sind dort nicht anerkannt. In Deutschland ist die Tierheilpraktiker-Ausbildung nicht gesetzlich geregelt. Hier kann sich prinzipiell jeder Tierfreund ein Praxisschild an die Tür hängen. Die Spreu vom Weizen zu trennen, ist also gar nicht so einfach! Gute Tierheilpraktiker und Tierärzte findet man oft auf Empfehlung. Unter Tierhaltern spricht sich schnell herum, wer etwas von der Sache versteht und gut mit Katzen umgehen kann. Gute Tierheilpraktiker haben eine anerkannte Schule mit Theorie und Praxis (also nicht nur einen Fernlehrgang) besucht und eine Prüfung abgelegt. Im Idealfall handelt es sich um eine bundesweite Prüfung, die von einem Tierheilpraktikerverband ausgearbeitet und abgenommen wird. Die Prüfung bietet aber nur ein Grundgerüst. Vertieftes Wissen über eine Heilmethode muss sich der Therapeut dann selbst aneignen und kann dies durch Kurse und Zertifikate belegen. Da niemand „alles“ wissen kann, sollte man Tierheilpraktiker, die sämtliche Tierarten behandeln und sehr viele verschiedene Methoden anwenden, eher kritisch betrachten. Aber wie es auch in der Schuldmedizin gute Groß- UND Kleintierpraktiker gibt, kann ein Tierheilpraktiker durchaus Pferde und Katzen gut betreuen. Wer im Internet oder in Branchenbüchern stöbert, erhält sicher im Umkreis eine Liste an Therapeuten, deren Homepage man sich ansehen kann. Tierheilpraktikerverbände bieten eine Liste ihrer Mitglieder, so dass man sich jemanden in der Nähe aussuchen kann. Katzen gehen ungern auf Reisen, daher ist es besonders sinnvoll, wenn der Tierarzt oder -heilpraktiker Hausbesuche anbietet oder eine mobile Praxis betreibt.

Das Wichtigste ist aber, dass Sie zum Therapeuten Vertrauen haben! Rufen Sie an, schildern Sie das Problem. Stimmt die „Chemie“? Erklärt der Therapeut die von ihm angewandten Methoden, macht keine Versprechungen („Heilversprechen“ gibt es nicht und sind daher unseriös!), schlägt Ihnen einen Termin vor, oder sagt gleich, wenn es sich nicht um sein Fachgebiet handelt? Spricht er oder sie auch offen über die Kosten? Während Tierärzte an eine Gebührenordnung gebunden sind, werden alternative Heilmethoden meist nach einem frei gewählten Stundensatz abgerechnet. Dazu kommt eine Aufwandsentschädigung für den Hausbesuch. Ein guter Tierheilpraktiker kennt auch seine Grenzen! Es gibt Krankheiten, die man schulmedizinisch abklären muss, egal ob man nun ein Röntgenbild möchte oder eine Geschwulst untersucht werden muss. Eignen sich die „eigenen“ Methoden und Kenntnisse nicht für den Fall, überweist der gute Heilkundige auch gerne zu einem Kollegen. Übrigens sollte jeder, der sich alternativmedizinisch betätigt, auch Ernährungsberater sein. Denn die Ernährung ist eine Grundlage eines gesunden Lebens, und dies gilt nicht nur für uns, sondern auch für unsere Katzen.

Für unsere Stubentiger gibt es also die verschiedensten Behandlungsmöglichkeiten und die sind wirklich nicht „für die Katz‘“. Am besten ist jedoch, wenn man sie gar nicht braucht! Daher ist der größte Wunsch an alle Katzen und ihre „Dosenöffner“: Gesundheit!

Zur Autorin:

Andrea C. Schäfer, Tierheilpraktikerin und Tierpsychologin
www.thp-schaefer.de
Erstveröffentlichung in „Pfotenhieb“ 5, Cadmos Verlag

Zum Weiterlesen:

Schirmohammadi, Abbas und Schmalstieg, Monika Heike (Hsg.): „Die große Welt der Tierheilkunde“ (mit Beiträgen von mir)

Gesellschaft für ganzheitliche Tiermedizin (GGTM), http://www.ggtm.de

„Homöopathie Für Reptilien“


Rezension

Frau Steinke-Beck ist Tierheilpraktikerin und praktiziert im Landkreis Günzburg (Bayern). Da sie selbst seit vielen Jahren Reptilien hält und züchtet, bietet sie in ihrer Praxis eine spezielle Reptilien-Sprechstunde an. Aus ihren Erfahrungen heraus hat sie 2010 das Buch „Homöopathie für Reptilien“ verfasst.

Zunächst stellt sie verschiedene Naturheilverfahren und deren Anwendung vor, die sich in ihrer Praxis bewährt haben. Hier fehlt allerdings die „Phytotherapie“, die sie in Form verschiedener Nahrungsergänzungsmittel bei den einzelnen Erkrankungen durchaus empfiehlt.

Im Kapitel „Allgemeines zur Haltung und Vorsorge“ geht die Autorin auf Beleuchtung, Temperatur und Winterruhe ein. Alle Empfehlungen sind richtig und wichtig, jedoch hätte dieses Kapitel gerne umfangreicher sein dürfen.

In Privathand werden hautsächlich Reptilien aus der Ordnung der Schildkröten und Schuppenreptilien gehalten. Daher beschränkt sich die Autorin auf die Beschreibung und Therapie von Schildkröten, Echsen und Schlangen. Für diese werden zunächst Tipps zur richtigen Ernährung und Gesunderhaltung gegeben, die Verabreichung von Medikamenten besprochen und danach Empfehlungen für häufig vorkommende Erkrankungen gegeben.

Naturgemäß wiederholt sich hier vieles, denn beispielsweise Legenot tritt sowohl bei Schildkröten, Echsen als auch Schlangen auf und wird bei allen gleich behandelt. Für den Leser, der sich nur für eine der Unterordnungen interessiert, mag dies von Vorteil sein. Für allgemein an Reptilien interessierte Therapeuten könnte ein anderer Aufbau, geordnet nach Erkrankungen mit Beschreibung der Unterschiede bei den Tierarten, stimmiger sein. Sicher ist dies jedoch ein individueller Eindruck, denn das Buch wendet sich auch an Züchter und engagierte Privathalter.

Ein wichtiger Hinweis, der bereits zu Anfang des Buches, jedoch auch im Verlauf des Textes immer wiederholt wird: es ersetzt nicht den Gang zum reptilienkundigen Tierarzt! Gerade in den heutigen Zeiten, in denen Tierhalter immer häufiger das Geld für den Veterinär sparen möchten, ist es wichtig, die Grenzen der Selbstmedikation zu erkennen! Auch als Tierheilpraktiker benötigt man in vielen Fällen die Möglichkeiten der Schulmedizin, beispielsweise um eine Landschildkröte mit Gicht optimal zu versorgen. Eventuell hätte die Autorin ergänzen können, welche grundlegenden Wege die Schulmedizin bei schweren Erkrankungen geht, aber dies hätte vermutlich den Rahmen gesprengt und den medizinischen Laien überfordert.

Zusammengefasst: ein wertvolles Werk, das ich auch gerne bei meinen eigenen Naturheilseminaren für Reptilien(freunde) weiter empfehle. Natürlich hat jeder Therapeut eigene Erfahrungen und geht vielleicht auch andere Wege hinsichtlich Auswahl und Anwendung der Mittel, aber gerade dem (angehenden) Tierheilpraktiker gibt das Buch einen guten Einstieg in die Thematik.

Das Buch ist erschienen bei Ulmer, ISBN 978-3-8001-5798-3

Andrea C. Schäfer, Tierpsychologin/Tierheilpraktikerin, Wuppertal, http://www.thp-schaefer.de

Wenn es maunzt und schnurrt