Katzenhaarallergie …

Oh je! Die Nase läuft, man muss husten oder erleidet sogar Atemnot … dann ist man wohl gegen Stubentiger allergisch.

Die „Katzenhaarallergie“ wird nicht durch die Haare, sondern durch Eiweißbausteine in den Hautschüppchen ausgelöst werden. Ebenso geht man davon aus, dass Katzen die Proteine im Speichel beim Putzen auf dem Fell verteilen und der Mensch dadurch in Kontakt mit dem Allergen kommt.
Es ist daher sinnvoll, die Katze häufig zu bürsten (am besten draußen bzw. auf dem Balkon!), oder mit einem leicht feuchten Tuch (z.B. einem weichen Fensterleder) abzureiben.

Mit einem Ozon-Gerät kann man die Allergenbelastung reduzieren. Da diese Geräte sehr teuer sind, sollte man zunächst eins mieten. Der Nachteil: während der Luftreinigung müssen alle Lebewesen den Raum verlassen, Aquarien müssen sorgsam abgedeckt werden.

Eine einfache Möglichkeit ist die Katze einfach nicht ins Bett bzw. ins Schlafzimmer lassen. Wenn man das von Anfang an trainiert, funktioniert das sehr gut. Man muss allerdings hartnäckig sein, da Katzen tage- bzw. nächtelang vor der Schlafzimmertür jammern können.
Bei meinen Katzen habe ich dies von Anfang an so gehandhabt, sie dürfen nachts nicht ins Schlafzimmer. Ab und zu meint mein Kater, um Einlass bitten zu müssen, da ich aber nicht reagiere oder gar nachgebe, trollt er sich nach wenigen Minuten und legt sich in seine Hängematte schlafen. Da sie ansonsten Zugang zum Raum haben, decke ich das Bett mit einer dicht gewebten Tagesdecke ab, die ich nachts sorgsam (nicht schüttelnd!) weglege.
Man kann Katzen auch angewöhnen, nicht auf dem Kopfkissen zu schlafen, um das direkte Einatmen der Allergene zu vermeiden.

Sehr gute Erfahrungen habe ich mit einem Luftwäscher oder Luftreiniger gemacht (ich selbst verwende ein Gerät der Fa. Phillips). Es gibt Geräte mit Wasserfilter, aber auch solche mit einem Feinstaubfilter (HEPA). Viele Geräte sind so leise, dass sie sogar im Schlafzimmer in Betrieb sein können. Die Spezialfilter reinigen die Luft zuverlässig von Staub und Allergenen. Der große Vorteil zum Ozon-Gerät ist, dass Tier und Mensch sich jederzeit im selben Raum aufhalten können, auch wenn das Gerät eingeschaltet ist.

Ebenso sollte man sich einen Staubsauger mit HEPA-Filter anschaffen, der die Allergene aus der Abluft filtert. Da aufgrund Tierhaaren und Allergenen ein besonderes Reinigungsbedürfnis besteht, besorgt man sich am besten einen sog. Turbinenstaubsauger. Diese Geräte sind sehr viel leistungsfähiger und aufgrund des Abfallbehälters auf Dauer auch billiger als ein Staubsauger mit Beuteln. Starke Allergiker sollten den Abfallbehälter jedoch besser von einer anderen Person leeren lassen, da es hier zu Staubentwicklung kommen kann.

Gut beraten ist man, wenn man statt Teppichboden Parkett oder andere glatte Bodenbeläge verlegt. Gerade Hausstauballergiker können davon profitieren.

Die Auswahl des samtpfotigen Mitbewohners muss tatsächlich sehr individuell erfolgen. Ich stellte zu meinen „besten Allergiezeiten“ fest, dass ich selbst auf Katzen aus demselben Wurf unterschiedlich reagierte! Man muss es also tatsächlich ausprobieren.
Jedoch möchte ich besonders auf die sog. „Lockenkatzen“ hinweisen, z.B. German oder Selkirk Rex.
Es ist bereits erwiesen, dass das genetische Profil der Haarstruktur auch hinsichtlich der enthaltenen Proteine verändert ist.
Daher können z.B. Hundeallergiker häufig gut mit Pudeln umgehen, und für Pferdeallergiker kommt das Curly-Horse infrage. Viele Betroffene reagieren auf diese Rassen entweder gar nicht oder zumindest stark reduziert.
Eine Bekannte von mir, starke Katzenallergikerin, wird den Versuch wagen, und sich mehrmals zu einer Rex-Züchterin begeben. Ein einmaliger Besuch würde auch nicht ausreichen, da der Körper erst bei wiederholtem Kontakt auf das Allergen reagiert. Ich bin sehr gespannt!

Wie bereits erwähnt, bin ich selbst Allergikerin. Ich reagiere auf bestimmte Pollen, Schimmelpilzsporen und auf alle Tierarten „mit Fell“ mit Asthma.
Inzwischen bin ich aber weitgehend symptomfrei. Das verdanke ich neben der Einstellung auf ein Inhalationsmedikament (das Asthma ist längst chronisch und hat nichts mehr mit der Allergie an sich zu tun) einer Hyposensibilisierung gegen die Pollen und Schimmelpilze – damit hat sich die Tierhaarallergie quasi direkt „mit erledigt“. Nur so war ich überhaupt in der Lage, meinen nie vergessenen Kindertraum vor Jahren wahr zu machen und heute als Tierpsychologin und Tierheilpraktikerin tätig zu sein, und – nebenbei gesagt – selbst Tiere „mit Fell“ zu halten.

Auch die Hyposensibilisierung kann heutzutage schonender durchgeführt werden. Früher gab es nur die Möglichkeit der Spritzentherapie, die immer auch die Gefahr eines anaphylaktischen Schocks in sich barg. Daher muss man bei dieser Methode auch immer etwa 45 Minuten beim Arzt verweilen, damit – falls man diesen hochdramatischen anaphylaktischen Schock erleidet – sofort Notfallmaßnahmen eingeleitet werden können.
Inzwischen gibt es die Allergene auch in Tropfenform aufbereitet, gewissermaßen als homöopathische Nosode. Nach einem bestimmten Therapieplan nimmt man diese Tropfen regelmäßig (anfangs täglich!) ein und dosiert sie nach diesem Plan immer höher, bis man bei der Höchstdosis angelangt ist. Diese Höchstdosis nimmt man dann über ca. 3-4 Jahre kontinuierlich dreimal wöchentlich ein. Der Vorteil ist: man ist im Regelfall bereits im ersten Jahr beschwerdefrei, auf jeden Fall tritt aber eine deutliche Besserung ein (es gibt tatsächlich nur sehr wenige Menschen, die nicht positiv darauf reagieren). Trotzdem darf die Therapie nicht vorzeitig abgebrochen werden! Der Nachteil ist, dass man ein „mündiger Patient“ und sehr ordentlicher und pünktlicher Mensch sein muss, denn der Therapieplan muss peinlichst genau befolgt werden. Und man bekommt diese Therapie (die übrigens von der gesetzlichen Krankenversicherung anerkannt ist und übernommen wird!) nicht von jedem Arzt angeboten, häufig ist sie nicht einmal bekannt. Man wende sich daher am besten an einen Arzt der Fachrichtung „Naturheilkunde“.

Ein allergisches Geschehen sollte nicht leicht genommen werden, erst recht nicht bei Kindern! Wie Sie sehen gibt es aber viele Möglichkeiten, wie Mensch und Katzen trotzdem zusammen leben können. Eine Abgabe der Katze wird häufig vorschnell empfohlen, zumal die Allergene noch jahrelang in der Wohnung sein können. Falls Allergiker im Haushalt leben, muss man vielleicht auf den Traum der Katzenhaltung verzichten. Dann gibt es die Möglichkeit, beispielsweise im Tierheim als „Katzenstreichler“ zu arbeiten.

Andrea C. Schäfer
www.thp-schaefer.de