Reiselustige Stubentiger

Die meisten Katzen, vor allem Freigänger, fühlen sich zuhause am wohlsten! Dort haben sie ihre gewohnte Umgebung, ihr Revier, den gewohnten Tagesablauf…
Katzen sind im Gegensatz zu Hunden häufig mehr revierbezogen als menschengebunden. Diesen Katzen tut man keinen Gefallen, wenn man sie „laufend“ durch die Gegend schleppt! Diese Miezen lässt man dann lieber daheim, und ein netter Tiersitter betreut sie ein- oder zweimal täglich. Wobei, auch hier sollte man bei zwei Wochen eine Grenze setzen! Zwei Wochen kann man eine Katze gut zuhause lassen, bei einer täglichen Betreuung von 1-2 Stunden. Aber auch sie leidet, wenn sie die restliche Zeit allein bleiben muss, besonders wenn sie keinen Artgenossen zum Spielen hat. Kann die Katze bei längerer Abwesenheit absolut nicht mit (beispielsweise bei einem Reha-Aufenthalt), ist es besser, sie solange in einer guten und kompetenten Katzen-Pension unterzubringen.

Es gibt aber auch Stubentiger, die sehr menschenbezogen sind! Ihnen ist die Umgebung zwar auch wichtig, aber wenn ihr Mensch da ist, und der Tagesablauf sich nicht wesentlich verändert, ist es für sie, als ob man eben umziehen würde. Diese Miezen brauchen dann nur kurze Zeit, um sich auf ihre neue Umgebung einzustellen.

Deswegen hier ein paar Tips:

– die Katze darf keine Angst vor dem Transport haben! Viele Katzen werden leider nur in den Transportkorb gesteckt, wenn es zum Tierarzt geht. Und weil so mancher Tiger dort schlechte Erfahrungen macht, weigert er sich dann eben, überhaupt in die Box einzusteigen.
Manche Katzen „plärren“ auch die ganze Zeit, solange sie im Korb sind! Bei einer mehrstündigen Fahrt kann das schon ziemlich „nervtötend“ werden!
Daher schon zuhause trainieren: das Körbchen steht z.B. als Liegeplatz und Höhle in der Wohnung. Wir packen die Katze in den Korb und fahren nur mal eine halbe Stunde durch die Stadt. Wir beziehen den Korb ins Spiel ein. In der Box gibt es das Futter Leckerchen. Man kann die Box mit einem bestimmten Geruchsstoff gemütlich machen etc.
Am besten trainiert man das von klein auf, dann gibt es auch später kein Problem.

Meine Katzen kennen es von klein auf, zu den verschiedensten Gelegenheiten transportiert zu werden. Bei einer längeren Fahrt, wenn es auf die Autobahn geht und etwas „eintönig wird“, kann ich im Rückspiegel zusehen, wie die Köpfchen langsam aufs Polster sinken – und dann wird geschlafen, bis man am Reiseziel ankommt! Schade, dass ich als Fahrerin nicht so entspannt ans Ziel komme.

– die Katze muss sich gut benehmen. Das heißt, sie muss erzogen sein und darf keine problematischen Verhaltensweisen zeigen!
Eine Reisekatze kratzt nicht die halbe Wohnung kaputt und setzt auch keine Urinmarken!
Man kann keinem Vermieter antun, dass er nach einem Katzenaufenthalt die ganze Ferienwohnung renovieren muss!
Man stelle sich vor, ein Kater würde in der Wohnung harnspritzen … den Gestank bekommt man nie wieder raus! Zerkratzte Türstöcke oder Sofas finden auch nachfolgende Gäste nicht schön (abgesehen davon, dass eine nachfolgende Katze dort von Natur aus ihre eigenen Marken darüber setzen würde!).
Wenn man eine Wohnung an Tierbesitzer vermietet, muss man sicher mit ein bisschen Schwund rechnen (z.B. hinterlässt auch ein sauberer Hund nun mal Drecktapsen). Trotzdem: meine Devise ist immer: hinterlasse die Wohnung so, wie du sie vorgefunden hast!
Und wenn doch mal was kaputt geht (z.B. hat in 2008 die Kätzin meines Kumpels durch den Absturz von einem Regalbrett eine Glas-Nachttischlampe umgeworfen), dann meldet man das sofort und bezahlt den Schaden selbstredend!
Also bitte sehr (!) selbstkritisch prüfen: wie benimmt sich meine Katze?

– mach‘ der Katze das Leben leichter!
Man nehme daher das gewohnte Futter mit, verändere den Tagesablauf nur langsam (falls die Katze einen exakten Ablauf gewohnt ist) und vor allem nehme man gewohnte Dinge mit, z.B. Liegedecken, Kratzmatten, Katzenklos (ggf. mit der gewohnten Streu), Gegenstände mit dem vertrauten Geruch, Spielzeug…
2008 hatte ich sogar einen 1,50 m hohe dicken, schweren Kratzbaum dabei! Gerade Kratzmöglichkeiten und Klos kann man nie genug haben! Je mehr man davon hat, desto weniger wird sich die Katze an der Wohnungseinrichtung vergreifen oder sich unerwünschte Plätze für ihr „Geschäft“ suchen.
Man kann der Katze das Eingewöhnen auch mit einem Pheromon-Zerstäuber für die Steckdose leichter machen („Wohlfühl“-Geruchsstoff für Katzen, der für Menschen geruchlos ist).
Meine Ferienwohnung sah für 4 Stubentiger wie ein Katzenparadies aus – in dem zwei Menschen zufällig noch mit wohnten.

Wie gesagt: junge Katzen lernen es am leichtesten. Aber auch eine ältere Katze kann das Verreisen noch lernen, wenn sie sehr menschenbezogen ist und man ihr das Leben so angenehm wie möglich macht.

Eine Bekannte von mir hält eine Hündin und einen Kater. Beide Tiere sind von klein auf immer mit auf Reisen gegangen. Der Clou ist: der Kater ist Freigänger!
Sie lässt ihn sich immer ca. 2-3 Tage im Ferienhaus eingewöhnen, dann darf er raus. Er hält sich immer in einem kleinen Radius ums Haus auf und geht auch lieber „drinnen“ aufs Klo (vermutlich, um keine Revierstreitigkeiten mit anderen Katzen zu provozieren). Auch das kann also klappen! Wobei es sich hier tatsächlich um eine große Ausnahme handelt, und dieser Kater eine Handaufzucht ist und somit sehr auf die Halterin fixiert.

Andere Bekannte haben ihre Katzen schon immer bei ihren Reisen mit dem Wohnmobil mitgenommen. Auch diese Reisekatzen dürfen auf dem Campingplatz spazieren gehen und sehen den Camper während der Reise als ihr „Zuhause“ an.

Prinzipiell kann man mit entsprechender Vorbereitung also auch mit einer Katze auf Reisen gehen!

Andrea C. Schäfer, www.thp-schaefer.de