Krebs bei der Katze

Eine Überschrift, die spontan Unbehagen und Unsicherheit erzeugt.

Mein geliebtes Tier? Was kommt auf mich zu? Muss meine Katze sterben?

Fragen, die sich unwillkürlich stellen…

Was ist Krebs?

In jedem Organismus werden täglich Millionen von Zellen neu gebildet. Gehen Zellen verloren oder sterben ab, werden neue durch Zellteilung entwickelt – ein Leben lang. Manchmal wird die DNA, der genetische Bauplan, „falsch abgeschrieben“. Dies ist ein normaler Lebensprozess. Der Körper hat Reparaturmechanismen für solche Fälle, aber vor allem im Alter greifen diese nicht mehr vollständig. Dann greift die „Zellpolizei“ ein. Das Immunsystem hält rund um die Uhr „Ausschau“ nach entarteten Zellen und vernichtet sie. Leider gibt es Krebszellen, die sich tarnen und wie ein „Gentleman-Dieb“ auftreten. Sie werden vom Immunsystem als ungefährlich eingeordnet, denn sie treten beispielsweise als harmlose und gesunde Knochenzellen auf.

Hat sich eine gewisse Anzahl an Krebszellen an einer bestimmten Stelle gebildet, kann sich ein Tumor bilden. Tumor heißt zunächst nichts anderes als „Zubildung“. Das Wort sagt nichts über die Gefährlichkeit aus, viele Tumoren (z.B. Fettgeschwülste, Warzen) sind harmlos und stören das Tier nicht. Gutartige („benigne“) Tumoren vermehren sich nicht. Andere Tumoren bestehen zwar aus bösartigen Zellen, sind zunächst jedoch relativ harmlos. Bildet sich jedoch eine eigene Nährstoffversorgung durch eigene Blutgefäße und Lymphbahnen, können auf diesen Wegen Krebszellen auch zu anderen Stellen des Körpers wandern und dort Metastasen (Tochtergeschwülste) bilden, sie „streuen“ meist in Lunge, Leber oder Knochen. Aggressive Krebsarten verbreiten sich sehr schnell im ganzen Körper.

Die häufigsten Krebsarten bei Katzen

Das Feline Fibrosarkom ist Krebs des Bindegewebes und die häufigste Hauttumorart bei der Katze. Zwei Auslöser kommen für diese häufige Tumorart infrage. Zum Einen das Feline Sarkomvirus in „Zusammenarbeit“ mit dem Felinen Leukosevirus (FeLV). Diese Ursache ist sehr selten und liegt bei nur etwa 2% der Fibrosarkome.

Zum Anderen gibt es einen signifikanten Zusammenhang von Fibrosarkomen mit „Stichen“. Der Nackenbiss bei der Paarung, Verletzungen bei Katerkämpfen, aber vor allem jede Form von Spritze kommen dafür infrage, da jeder „Pieks“ eine kleine Entzündung in oder unter der Haut verursacht. Nach mehreren Studien aus den USA lässt sich eine deutliche Häufung in Zusammenhang mit Impfungen erkennen. Es fiel auf, dass Katzen Fibrosarkome hauptsächlich zwischen den Schulterblättern ausbildeten – die Stelle, an der Katzen traditionsgemäß geimpft wurden (und teilweise noch werden), weil sie diesen Punkt mit der Zunge nicht erreichen und sich die Einstichstellen somit nicht auf natürlichem Weg entzünden konnten. In weiteren Untersuchungen wurde dieses gehäufte Auftreten bestätigt. Besonders die Vakzine gegen Tollwut und FeLV („Leukose“) stehen in der Kritik.

In den USA wurden die tatsächlich benötigten Impfungen und die Impfintervalle bereits vor Jahren überdacht und Richtlinien zu einer neuen Impfpraxis herausgegeben. Zum Einen sollen die Einstichstellen abgewechselt werden (Brust, linke Schulterseite, rechte Schulterseite). Zwischen die Schulterblätter soll nicht mehr gespritzt werden, da die Stelle wegen der Wirbelsäulen- und Rückenmarksnähe schlecht zu operieren ist. Die Impfstelle kann der Tierarzt z.B. im Impfpass vermerken. Zum Anderen wurden die Impfintervalle teilweise deutlich verlängert, so dass die Katze nicht mehr so häufig gespritzt werden muss. Die Impfkommissionen im deutschsprachigen Raum haben diese Richtlinien bislang nur teilweise übernommen, so dass unsere Katzen deutlich häufiger nachgeimpft werden als in Nordamerika. Weitere Forschungen aus den USA belegen, dass der Impfschutz deutlich länger anhält als in Europa vorgegeben – und auch nicht alle Impfungen sinnvoll sind, die angeboten werden. Jede Impfung sollte auf ihre Notwendigkeit überprüft und mit dem Tierarzt besprochen werden.

Eine weitere Besonderheit bilden die verwendeten Impfstoffe. Inaktivierte Vakzine aus abgetöteten Erregern enthalten „Adjuvantien“ – Zusatzstoffe, die die Haltbarkeit der Impfstoffe erhöhen. Sehr häufig wird als Zusatzstoff „Thiomersal“ (eine Quecksilberverbindung) verwendet. Quecksilber kann zu Entzündungsprozessen und langfristig zu Gesundheitsschäden führen. Es steht im Verdacht, Fibrosarkome mit auszulösen. Man sollte daher den Tierarzt nach adjuvansfreien Vakzinen fragen und diese gesondert bestellen zu lassen.

Leider gibt es bislang nur in Nordamerika einen zugelassenen adjuvansfreien Impfstoff gegen Tollwut. Seit auch in Deutschland die Impfintervalle bei Tollwut verlängert wurden (je nach Vakzin auf drei bis vier Jahre), ist das Risiko eines Impfsarkoms deutlich zurück gegangen. Jede Schwellung an einer Impfstelle, die länger als drei Monate besteht, gilt als auffällig. Allerdings kann es auch noch Jahre nach einer Impfung zur Entartung von Zellen kommen. Tasten Sie also regelmäßig die Impfstellen Ihrer Katze ab.

Da das Fibrosarkom so aggressiv ist, schnell wächst und streut, ist eine rasche Behandlung wichtig. Im Regelfall wird „großzügig“ operiert. Zusätzlich kann Bestrahlung oder Chemotherapie angewandt werden. In der Universitäts-Kleintierklinik München wird derzeit eine Studie zur ergänzenden Gentherapie durchgeführt. Damit wird nach der Operation die körpereigene Immunreaktion angeregt. Um diese neue Behandlungsmethode erforschen zu können, sollten möglichst viele betroffene Katzen an dieser freiwilligen Studie teilnehmen.

Das Plattenepithelkarzinom hat seinen Ursprung in Hautzellen und tritt hauptsächlich bei weißen oder wenig pigmentierten Katzen auf. Besonders betroffen sind die zarten Hautpartien wie Ohrspitzen und Nasenspiegel. Außerdem treten diese Tumore in der Maulhöhle auf. Diese Krebsart befällt eher ältere Katzen ab neun Jahre, und beim Auslöser „UV-Strahlung“ durch ungefiltertes Sonnenlicht eher Freigänger als Wohnungskatzen. Eine weitere Ursache ist das feline Papillomavirus. Außerdem sieht man einen Zusammenhang mit der längerdauernden Gabe von immununterdrückenden Medikamenten, z.B. Cortison.

Leider ist diese Tumorart sehr aggressiv, zerstört Knochengewebe und bildet früh Metastasen in Lunge und Lymphknoten. Wenn eine Operation nicht möglich ist, kann man eine Chemotherapie oder Bestrahlung in Erwägung ziehen, solange der Tumor noch nicht gestreut hat.

Mammatumoren (Gesäugeleistenkrebs) treten vor allem bei unkastrierten Kätzinnen auf. Im Regelfall wird zur Vorsicht die betroffene Milchleiste komplett entnommen. Das ist bei Katzen sehr unproblematisch, da sehr viel frei verschiebliche Haut zum Wundverschluss vorhanden ist. Wenn diese Tumorart rechtzeitig entdeckt wird noch nicht gestreut hat, ist eine vollständige Heilung durch die Operation höchst wahrscheinlich.

Mastzelltumoren sind bei der Katze selten, am ehesten sind Siamkatzen betroffen. Diese Geschwülste sind im Regelfall gutartig und streuen auch nicht. Da Mastzellen im ganzen Körper vorkommen, gibt es auch viele Formen von Tumoren. Sie können in der Haut, den inneren Organen, im Darm und an den Lymphknoten im Bauchraum entstehen. Hauttumoren werden großzügig operiert. Wo dies nicht gelingt, wirken cortisonhaltige Salben oft lindernd. Bei der „Milzform“ ist neben dem Organ auch das Knochenmark betroffen und die Katzen leiden dann u.a. unter Blutarmut. Bei den „viszeralen“ Mastzelltumoren im Bauchraum wird im Regelfall nicht operiert (da sie langsam und unauffällig wachsen, werden sie meist recht spät entdeckt), man kann jedoch eine Chemo- oder Strahlentherapie versuchen.

Auch Katzen können von Gehirntumoren betroffen sein. Am ehesten fällt eine komplette Verhaltensänderung auf, Katzen mit Hirnveränderungen werden häufig ohne Grund außerordentlich aggressiv oder verlieren ohne erkennbare Ursache das Augenlicht. Findet sich keine andere Ursache, z.B. eine Entzündung, Infektion oder eine schmerzhafte Erkrankung, muss in einem bildgebenden Verfahren (CT, MRT) weitergeforscht werden. Hirntumoren bei Katzen werden nicht operiert, im Regelfall lässt man die Tiere aus der zur Untersuchung erforderlichen Narkose nicht mehr aufwachen.

Besonders selten sind bei der Katze Osteosarkome (Knochenkrebs). Hat man „Glück“ und ist eine Gliedmaße betroffen, kann man das Tier durch Amputation des Beins retten. Leider streuen Osteosarkome bereits recht früh, und dann ist eine Heilung leider ausgeschlossen.

Manche Katzenrassen sind für bestimmte Krebsarten anfälliger als andere. Perser neigen zum Plattenepithelkarzinom in der Maulhöhle, Siamesen zum Mastzelltumor. Wenn man die Abstammung seines Stubentigers kennt, sollte man beim Züchter nachfragen, ob nahe Verwandte der Katze an Krebs leiden oder gestorben sind.

Vorbeugung

Bei der Krebsentstehung wurde bereits die wichtige Rolle des Immunsystems als „Zellpolizei“ angesprochen. Alles was das Immunsystem bei ihrer Aufgabe unterstützt, ist also eine gute Vorsorgemaßnahme für Ihren Stubentiger. Dazu gehört eine Ernährung mit hohem Fleisch- und möglichst ohne Getreideanteil. Zusätzlich profitieren Katzen von Bestandteilen, die sich auch in der menschlichen Ernährung als vorteilhaft erwiesen haben. Wenig Zucker, dafür viele ungesättigte Fettsäuren, Antioxidantien und „Radikalfänger“: Brokkoli, Beerenmus und Seefisch. Brokkoli wird von Katzen häufig sehr gern gefressen. Das liegt vermutlich am hohen Gehalt an Schwefel, der gut für die Haarbildung und Fellqualität ist. Eine „Idealmahlzeit“ für Katzen besteht aus etwa 90-95% Fleisch und 5-10% Gemüse und Obst. Roher Seefisch kann zweimal die Woche, Nassfutter mit Fisch sogar täglich gereicht werden. Ein wissenschaftlicher Beweis einer Krebsvermeidung durch Ernährung wurde bis heute nicht erbracht.

Da Schimmelpilzgifte Krebs auslösen können, sollte man zum Einen auf die eigene Wohnumgebung achten, zum Anderen niemals verdorbenes Futter verabreichen (im Regelfall lehnen Katzen dies instinktiv ab).

Katzenhalter sollten in der Wohnung nicht rauchen. Besonders Wohnungskatzen atmen als Passivraucher das Nervengift Nikotin und die krebserregenden Nebenprodukte der Tabakverbrennung ein. Diese Partikel setzen sich auch auf Haut und Fell ab, und Katzen nehmen die Schadstoffe beim „Putzen“ zusätzlich über Zunge und Schleimhäute auf. In der Tiermedizin diskutiert man daher einen Zusammenhang von Passivrauchen und Plattenepithelkarzinom in der Maulhöhle.

Mit älteren Katzen ab etwa 10 Jahren sollte man einmal im Jahr beim Tierarzt oder Tierheilpraktiker zum „geriatrischen Vorsorge-Check“ vorstellig werden.

Neben einem Blutbild kann durch genaues Abtasten des Körpers nach entstehenden Tumoren gesucht werden. Auch zuhause kann man regelmäßig die Lymphknoten im Kehlbereich oder die Milchleisten abtasten und bei Veränderungen Rat suchen.

Abzuklären sind:

  • Wochenlange Lymphknotenschwellungen ohne eine entzündliche Erkrankung (Erkältung oder Schnupfen).
  • Alle Zubildungen am Körper. Die meisten werden harmlos sein; heiße, gerötete Schwellungen haben ihre Ursache häufig in einer Verletzung oder einem eitrigem Abszess.
  • Anhaltende Schlappheit/Apathie ohne erkennbare Ursache, zusätzlich blasse Schleimhäute (kann man gut am Zahnfleisch erkennen).
  • Plötzliches „Altern“ des Tieres, besonders wenn der Kopf grau und eingefallen aussieht. Das Tier wirkt müde und abgeschlagen. Der restliche Körper kann entweder ebenfalls eingefallen oder im Gegenteil aufgedunsen wirken, unabhängig von der Ernährung.

Diagnose Krebs

Ist die Diagnose „Krebs“ gefallen, umfängt den Katzenhalter zunächst große Hilflosigkeit. Wichtig ist daher, sich alles genau erklären zu lassen! Tierärzte verwenden oft Fremdwörter. Lassen Sie sich diese erläutern. Sie können sich auch in medizinischen Lexika oder dem Internet Rat suchen. Im Internet achten Sie bitte auf seriöse, wertfreie und nichtkommerzielle Informationen!

Auch wenn Sie nach jedem Strohhalm greifen: Heilungs-„Versprechen“ sind unseriös! Rat und Hilfe, auch Linderung ist möglich, aber eine exakte Prognose kann Ihnen niemand geben. Die Tiermedizin folgt oft den Forschungen beim Menschen, so dass immer mehr Therapiemethoden auch bei der Katze zur Anwendung kommen können. Begrenzt werden die Möglichkeiten vor allem aus monetären Gründen: die immer umfangreicheren diagnostischen Möglichkeiten und die erweiterte Gerätemedizin kosten immer mehr Geld! Eine Tierkrankenversicherung kann sinnvoll sein, zahlt aber nicht unbedingt jede Behandlungsart.

Die Operation

ist die am meisten angewandte und am besten dokumentierte Behandlungsart. Wenn eine Operation sinnvoll erscheint, wird am Tier relativ „großzügig“ geschnitten, um eventuelle Krebszellen in der Umgebung des Tumors mit zu „erwischen“. Beim Menschen wird so wenig wie möglich geschnitten, und dann zusätzlich mit weiteren Methoden (Chemotherapie, Bestrahlung) versucht, die weiteren Tumorzellen zu bekämpfen.

Eine Medikation

kann mit verschiedenen Arzneimitteln erfolgen. Mastzelltumoren und Lymphsarkome sprechen beispielsweise gut auf Cortison an.

Die Chemotherapie

mit krebshemmenden Substanzen wird beim Tier anders als am Menschen angewandt. Während man beim Menschen versucht, den Krebs vollständig zu besiegen („kurativ“ = heilend), wird beim Tier eher „palliativ“ (lindernd) gearbeitet. Das bedeutet, dass man der Katze die verbleibende Lebenszeit gut und schmerzfrei gestaltet. Die Chemotherapie wird beim Tier viel geringer dosiert und zeigt daher kaum Nebenwirkungen.

Die Strahlentherapie

ist in Deutschland derzeit an Tierkliniken in Berlin, Bramsche, Hofheim/Taunus und München möglich. Bestrahlungen mit radioaktivem Kobalt-60 werden in der Tiermedizin nur noch selten angewandt. Die modernen Linearbeschleuniger, auch „Photonen-Kanone“ genannt, arbeiten mit hochfrequenten elektromagnetischen Wellen. Allerdings muss bei einem so kleinen Tier wie einer Katze besonders exakt gearbeitet werden, denn jede Abweichung am Bestrahlungsort schädigt gesunde Substanz. Wird der Tumor nicht exakt getroffen, können die Schäden dann größer sein als der Nutzen. Ein großes Hindernis stellen die Kosten dieser Behandlungsmethode dar, die je nach Anzahl der Bestrahlungseinheiten etwa zwei-dreitausend Euro betragen. Derzeitige Auswertungen ergeben, dass bei korrekter Anwendung zu 95% keine Rückfälle (Rezidive) auftreten.

Wichtig ist vor allem eine gute Schmerztherapie! Selbst mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung kann die Katze noch ein erfülltes Leben haben, solange sie keine Schmerzen hat! Die moderne Medizin hat verschiedene Medikamente zur Verfügung, die es dem Tier ermöglichen, wach und möglichst wenig eingeschränkt seine Umgebung wahrzunehmen.

Komplementäre und alternative Therapien

Ist die Diagnose Krebs getroffen, fragen sich viele Katzenhalter, welche Heilmethoden es außer der Schulmedizin gibt. Nicht unbedingt als Alternative, aber als zusätzliche Möglichkeit, dem Tier zu helfen.

Zunächst kann man das Immunsystem durch eine hochwertige Ernährung stärken. Nahrungsergänzungsmittel auf Kräuterbasis können ebenfalls unterstützen.

Schlangengifte können durch ihren Enzymgehalt Tumorgeschehen günstig beeinflussen. Die als „Horvi-Therapie“ bekannte Methode wird im deutschsprachigen Raum nur von sehr wenigen Therapeuten angewandt.

Auch die klassische Homöopathie kann helfen. Der deutsche Humanmediziner Dr. med. Jens Wurster ist ein Vorreiter dieser Art der Krebsbehandlung. Tierärzte und Tierheilpraktiker haben die Methode aufgegriffen, und es gibt ausgesprochene Spezialisten für homöopathische Krebstherapie am Tier.

Auch die Pflanzenheilkunde kennt Möglichkeiten zur Unterstützung bei Krebserkrankungen. Hier ist unter anderem die Mistel zu nennen, die heutzutage einen festen Platz in der Schulmedizin des Menschen eingenommen hat. In letzter Zeit erforscht man die Wirkung von Heilpilzen.

Alternative Methoden wie Energiearbeit/Reiki, Magnetfeldtherapie, Osteopathie, Massagen etc. können unterstützend angewandt werden.
Bei allen diesen Methoden ist zu ergänzen, dass nicht jedes Mittel bei jedem Patienten und jedem Tumorgeschehen eingesetzt werden kann. Wissenschaftlich belegt ist die Wirkung der alternativen Behandlungsweisen bislang nur bei der Misteltherapie. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Tierarzt, Tierheilpraktiker und Patientenbesitzer ist daher sehr wichtig.

Und wenn es keine Heilung mehr gibt?

So weh es einem Katzenhalter auch tut, so gibt es doch in der Tiermedizin den möglichen Schritt, Leiden nicht zu verlängern.

Wir sollten uns also fragen: hat meine Katze noch Lebensqualität? Ist sie wach, dem Menschen und seinen Katzenkumpeln zugewandt? Genießt sie die Streicheleinheiten und den Ausblick auf die Vögel im Garten? Kann sie sich im Rahmen ihrer körperlichen Möglichkeiten schmerzfrei bewegen? Trinkt sie ausreichend? Kann sie selbständig Futter aufnehmen? Kann sie noch selbst das Katzenklo aufsuchen, und kommen Mensch und Tier mit einer eventuellen Inkontinenz gut zu Recht?

Feinfühlige Menschen merken, wenn die Katze Abschied nehmen möchte. In jedem Fall ist das Gespräch mit dem behandelnden Tierarzt oder Tierheilpraktiker wichtig. In all‘ unserem Schmerz müssen wir dann auch loslassen können.

Krebs ist jedoch kein Todesurteil! Viele Krebsarten sind, wenn sie frühzeitig erkannt werden, so gut behandelbar, dass die Katze eine ganz normale Lebenserwartung hat.

Man sollte nicht vergessen: die meisten Katzen sterben nicht an Krebs, sondern an Alterserscheinungen (vor allem Nierenschwäche), Virusinfektionen und infolge von Unfällen! Eine übertriebene Angst vor einer Krebserkrankung ist daher völlig unbegründet.

Andrea C. Schäfer
Tierheilpraktikerin/Tierpsychologin
www.thp-schaefer.de

Erstveröffentlichung „Pfotenhieb“ 2, 2012

Quellen:

Béliveau, Prof. Dr. med. Richard und Gingras, Dr. med. Denis: Krebszellen mögen keine Himbeeren, Kösel Verlag

Grothus, Claudia und Loechle, Sabine: Tierhomöopathie, Themenheft Krebs, Peter Irl Homöopathie Fachverlag

Wurster, Dr. med. Jens: Die homöopathische Behandlung von Krebs und metastasierender Tumore, Peter Irl Homöopathie Fachverlag

Gesellschaft für ganzheitliche Tiermedizin (GGTM), http://www.ggtm.de

Medizinische Kleintierklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München: Studie zur gentherapeutischen Behandlung des felinen Fibrosarkoms http://fibrosarkom.de/studie/index.html