Das stille Örtchen …

„Katzeklo, Katzeklo, ja das macht die Katze froh“, hat der Jazz-Musiker und Schauspieler Helge Schneider einmal gedichtet.

So unrecht hat er damit nicht, vielleicht ist er selbst Katzenhalter oder hat zumindest Erfahrung mit den Stubentigern.

Jede Katze benötigt im Haus eine Toilette. Auch Freigänger gehen gerne auf eine Wohnungstoilette, z.B. wenn das Wetter ungemütlich und nass ist. Aber auch wenn im Revier noch andere Katzen leben, geht sie vielleicht lieber in ihre Katzenkiste, weil sie sich durch ihre Ausscheidungen dann nicht verrät (Katzen erledigen ihr Geschäft nicht nur, weil sie „müssen“, sondern hinterlassen auch Urin- und Kotmarken zur Kommunikation mit anderen Katzen).

Zunächst ist wichtig, dass man seiner Katze mindestens zwei Klos anbieten sollte. Die kleinen Tiger setzen im Freien Kot und Urin an getrennten Stellen ab (u.a., um ihr Revier zu markieren). Wenn eine Katze dazu gezwungen ist, ihre Ausscheidungen an einem einzigen Platz zu machen, wird sie das aus der Not heraus natürlich tun, aber angenehmer für sie ist, wenn sie zu verschiedenen Stellen gehen kann. Wichtig wird das Ganze, wenn mehr als eine Katze im Haushalt leben! Häufig suchen sie nicht gerne Toiletten auf, in denen sich zuvor schon eine andere Katze erleichtert hat. Die ideale Zahl an Toiletten ist: „eins pro Katze + 1“. Bitte stellen Sie Katzenklos auch nicht alle nebeneinander, sondern verteilen Sie sie in der Wohnung, am besten an Stellen mit wenig Durchgangsverkehr (also nicht in den Flur oder ein Kinderzimmer). Katzen machen ihr Geschäft am liebsten heimlich.

Katzenklos gibt es in verschiedenen Formen und Ausführungen. Viele Menschen finden „Haubentoiletten“ praktisch, weil nicht so viel herausgescharrte und –getragene Streu in der Wohnung verteilt wird. Es gibt allerdings Katzen, die ein Haubenklo nicht betreten mögen. In der Natur gehen Katzen auch nicht in Höhlen, um ihr Geschäft zu verrichten. Besonders „unkätzisch“ sind Haubenklos mit Schwingtür. Wenn die Katze dort ihren Kot absetzt, finden das ihre empfindlichen Nasen überaus abstoßend! Auch für uns Menschen riecht es nicht nach „Veilchen“, aber man kaufe dagegen nicht das im Handel angebotene „Katzendeo“. Damit wird der Geruch nur überlagert, und es stinkt dann für die Katze nach Kot UND Deo – vielleicht mag sie so eine Toilette dann gar nicht mehr aufsuchen und wird ggf. unsauber.

Am besten bietet man seiner Katze normale rechteckige Toiletten an. Vor allem bei großen Katzen, z.B. Norwegische Waldkatzen, sollte man auch große Klos anbieten, denn die Katze soll ganz hineinsteigen und sich bequem hinhocken können. „Ecktoiletten“ sind meist zu klein, weil sich die Katze darin nicht gut umdrehen kann. Alternativ kann man auch Kunststoffwannen oder -kisten besorgen, die es im Haushaltswarenbereich gibt. Diese Wannen sind oft günstiger und haben einen hohen Rand, dadurch fällt nicht so viel Streu heraus. Für Katzenkinder sind diese Wannen jedoch leider nicht geeignet, weil sie noch nicht hineinspringen können.

Wichtig ist natürlich auch, was in das Kistchen hinein kommt: die Streu. Diese gibt es in den verschiedensten Sorten. Man wähle besser nicht billige Streusorten im Supermarkt, weil sie meist sehr stauben – sowohl Mensch als auch Katze atmen diese Stäube ein und diese sind gesundheitlich bedenklich.

Es gibt Klumpstreu und solche, bei der der Urin versickert. Da man die Kistchen sowieso peinlich sauber halten muss, ist man bei der Wahl der Streu frei, aber Klumpstreu ist für erwachsene Katzen praktischer. Man muss dann nur einmal täglich die Urinklumpen und den Kot mit einer Schaufel entfernen. Alle drei bis vier Wochen entsorgt man den kompletten Inhalt der Kiste, spült das Klo mit heißen Wasser aus (am besten nimmt man dazu eine Spülbürste, die nur für die Katzentoiletten verwendet wird – und wichtig: ohne Putz- oder Spülmittel!) und füllt mit neuer Streu auf auf. Bei einer nichtklumpenden Streu weiß man leider nie so ganz, wann es Zeit zur kompletten Neufüllung ist, denn die menschliche Nase ist nicht so fein wie die Katzennase. Bei einer nichtklumpenden Streu kann es je nach Qualität sein, dass man die Kisten bereits nach einer oder zwei Wochen komplett reinigen musst.

Qualität lohnt sich gerade bei Katzenstreu! Hochwertige Sorten binden Urin besser, und sind sehr viel ergiebiger. Trotz der vermeintlich hohen Kosten sind sie daher umgerechnet günstiger als minderwertige Ware.

Für Katzenkinder verwende man besser keine Klumpstreu. Wie Menschenbabys auch, nehmen auch Kätzchen erst mal alles ins Mäulchen und „probieren“, ob man es essen kann. Bei Versickerungsstreu ist es nicht so schlimm, wenn ein Bröckchen verschluckt wird, aber Betonit-Klumpstreu würde sich im Magen zusammen ballen. Notfalls müsste das Tier dann operiert und der Klumpen entfernt werden.

Streu gibt es aus verschiedenen Materialien. Je feiner und sandähnlicher die Streu, desto angenehmer ist das für die zarten Katzenpfötchen.

Hier ist zu einer Streu aus feinen Holzbröckchen oder Maisgranulat zu raten, denn die Urinklumpen können (je nach Anweisung des Entsorgungsunternehmens) ggf. in der Biotonne entsorgt werden (der Kot kann z.B. in der Menschentoilette entsorgt werden). Betonit-/Mineral- oder Keramik-Streu gehört auf jeden Fall in den Restmüll. Bei der Menge Streu, die in einem Katzenleben anfällt, sollten wir durchaus an die Umwelt denken!

Inzwischen gibt es auch „automatische“ Katzentoiletten, die entweder die Hinterlassenschaften mit einem Rechen in einen Aufbewahrungsbehälter schieben oder sogar mit Wasserspülung arbeiten. Das klingt zwar sehr praktisch, ist es aber nicht unbedingt. Es gibt nämlich Katzen, die es nicht mögen, wenn sich unter Ihnen etwas bewegt – oder die das Geräusch dieser Toiletten abschreckt. Und wenn eine Katze irgend etwas an ihrem Klo nicht mag, wird sie es nicht oder nur ungern benutzen und sich ggf. einen anderen Platz suchen!

Kleine Kätzchen lernen den Toilettengang von ihrer Mutter: sie zeigt den Kleinen, wo man sich erleichtert. Wenn nun aber ein Katzenkind bei Ihnen einzieht, müssen Sie ihm zunächst zeigen, wo die Toilette ist! Wenn Sie nach dem Transport vom Tierheim oder Züchter zuhause angekommen sind, setzen sie das Kätzchen am besten in das Klo. Sollte es tatsächlich gleich scharren (man kann es ihm auch „vormachen“), loben Sie es in hohen und sanften Tönen. So lernt es schnell, dass es etwas richtig macht. Sollte das Katzenkind gleich „pieseln“, umso besser. Es kann aber auch sein, dass es sich vor Aufregung zunächst nicht erleichtern kann. Am besten lassen Sie es die ersten Stunden nicht aus den Augen. Irgendwann wird das Kätzchen „müssen“, es sucht also einen Platz. Dazu wird es am Boden intensiv schnuppern, sich auf einer Stelle vielleicht auch mehrmals umdrehen, versuchen zu scharren und sich hinzuhocken… Dann nehme man das Tigerchen sanft hoch und setze es in die Toilette oder leite es sanft mit den Händen zum entsprechenden Platz (was den Vorteil hat, dass sich das Tier den Weg schneller einprägt). Und nach „Verrichtung“ natürlich wieder tüchtig loben.

Im Regelfall wird ein Kätzchen sehr schnell stubenrein, weil Katzen von Natur aus sehr reinlich sind. Sollte trotzdem mal etwas daneben gehen, z.B. weil das Kätzchen den weiten Weg zum Klo nicht mehr geschafft hat, bestrafen und beschimpfen Sie es bitte nicht. Es kann ja nichts dafür, wenn der Weg so weit und die Blase noch so klein ist! Bei nächsten Mal also einfach besser aufpassen… (man kann natürlich gerade zu Anfang mehrere kleine Toiletten aufstellen, deren Anzahl man mit der Zeit reduziert).

Beschmutzte Stellen müssen gründlich gereinigt werden. Nicht nur, weil Urin und Kot Flecken ergeben, sondern weil es für die Katze dann nach „Toilettenstelle“ riecht und sie sich dies schnell als „richtigen Platz“ einprägt. Urin und Kot müssen daher gut weggewischt werden, aber bitte nicht mit herkömmlichem Putzmittel nachreinigen! Putzmittel (vor allem mit Ammoniak) riecht für eine Katze wie Urin, und sie würde die gereinigte Stelle mit einem Toilettenplatz verwechseln. Am besten verwendet man heißes Wasser und zusätzlich Produkte, die Geruchsmoleküle restlos biologisch abbauen (nicht nur übertünchen) und die man auf die gereinigte Stelle aufsprüht.

Zieht eine erwachsene Katze ein, wird sie im Regelfall immer stubenrein sein. Am besten darf sie zunächst nicht die ganze Wohnung erkunden, sondern nur den Raum, in dem auch das Klo steht. Da eine Katze nach einem Transport relativ schnell „muss“, wird sie die Toilette auf diese Art schnell finden.

Sind andere Katzen im Haushalt, wird sich der Neuzugang die „Toilettenregeln“ schnell abschauen. Beachten Sie jedoch die Erhöhung der Anzahl an Kistchen, damit sich jede Katze jederzeit ungestört erleichtern kann.

Wenn Ihre Katze Freigang genießen darf, muss sie die ersten drei-vier Wochen nach dem Einzug (auch nach einem Umzug) erst mal im Haus oder in der Wohnung bleiben, weil sie diese genau kennenlernen muss, um dann nach und nach ihren Radius und ihr Revier zu erweitern. Manchmal muss ein Freigänger auch wegen einer Erkrankung o.ä. zuhause bleiben.

Freigänger bestehen aber häufig darauf, ihr Geschäft draußen zu verrichten! Manche Freigänger werden in der Wohnung unsauber, weil sie den „Freiheitsentzug“ nicht verstehen können.

Hier hilft es meistens, an die Stelle, an der die Katze normalerweise die Wohnung verlässt, z.B. an die Terrassentür oder Katzenklappe, eine Toilette zu stellen.

Draußen in der Natur vergräbt eine Katze ihre Hinterlassenschaften bevorzugt in Erde oder Sand (daher bekommt man als Freigänger-Halter leider manchmal Probleme mit den Nachbarn, wenn die Katze ihre Geschäfte in ein Blumenbeet oder einen Sandkasten absetzt). Um Ihrem Freigänger das Wohnungs-Klo angenehm zu machen, füllt man am besten Erde hinein, entweder direkt aus dem Garten oder einfache Blumenerde, gemischt mit ein wenig Sand. Sicherlich ist die Entsorgung hier etwas aufwendiger als bei Katzenstreu, aber dies ja nur für einen überschaubaren Zeitraum.

Andrea C. Schäfer
Tierpsychologin/Tierheilpraktikerin
www.thp-schaefer.de