„Homöopathie Für Reptilien“


Rezension

Frau Steinke-Beck ist Tierheilpraktikerin und praktiziert im Landkreis Günzburg (Bayern). Da sie selbst seit vielen Jahren Reptilien hält und züchtet, bietet sie in ihrer Praxis eine spezielle Reptilien-Sprechstunde an. Aus ihren Erfahrungen heraus hat sie 2010 das Buch „Homöopathie für Reptilien“ verfasst.

Zunächst stellt sie verschiedene Naturheilverfahren und deren Anwendung vor, die sich in ihrer Praxis bewährt haben. Hier fehlt allerdings die „Phytotherapie“, die sie in Form verschiedener Nahrungsergänzungsmittel bei den einzelnen Erkrankungen durchaus empfiehlt.

Im Kapitel „Allgemeines zur Haltung und Vorsorge“ geht die Autorin auf Beleuchtung, Temperatur und Winterruhe ein. Alle Empfehlungen sind richtig und wichtig, jedoch hätte dieses Kapitel gerne umfangreicher sein dürfen.

In Privathand werden hautsächlich Reptilien aus der Ordnung der Schildkröten und Schuppenreptilien gehalten. Daher beschränkt sich die Autorin auf die Beschreibung und Therapie von Schildkröten, Echsen und Schlangen. Für diese werden zunächst Tipps zur richtigen Ernährung und Gesunderhaltung gegeben, die Verabreichung von Medikamenten besprochen und danach Empfehlungen für häufig vorkommende Erkrankungen gegeben.

Naturgemäß wiederholt sich hier vieles, denn beispielsweise Legenot tritt sowohl bei Schildkröten, Echsen als auch Schlangen auf und wird bei allen gleich behandelt. Für den Leser, der sich nur für eine der Unterordnungen interessiert, mag dies von Vorteil sein. Für allgemein an Reptilien interessierte Therapeuten könnte ein anderer Aufbau, geordnet nach Erkrankungen mit Beschreibung der Unterschiede bei den Tierarten, stimmiger sein. Sicher ist dies jedoch ein individueller Eindruck, denn das Buch wendet sich auch an Züchter und engagierte Privathalter.

Ein wichtiger Hinweis, der bereits zu Anfang des Buches, jedoch auch im Verlauf des Textes immer wiederholt wird: es ersetzt nicht den Gang zum reptilienkundigen Tierarzt! Gerade in den heutigen Zeiten, in denen Tierhalter immer häufiger das Geld für den Veterinär sparen möchten, ist es wichtig, die Grenzen der Selbstmedikation zu erkennen! Auch als Tierheilpraktiker benötigt man in vielen Fällen die Möglichkeiten der Schulmedizin, beispielsweise um eine Landschildkröte mit Gicht optimal zu versorgen. Eventuell hätte die Autorin ergänzen können, welche grundlegenden Wege die Schulmedizin bei schweren Erkrankungen geht, aber dies hätte vermutlich den Rahmen gesprengt und den medizinischen Laien überfordert.

Zusammengefasst: ein wertvolles Werk, das ich auch gerne bei meinen eigenen Naturheilseminaren für Reptilien(freunde) weiter empfehle. Natürlich hat jeder Therapeut eigene Erfahrungen und geht vielleicht auch andere Wege hinsichtlich Auswahl und Anwendung der Mittel, aber gerade dem (angehenden) Tierheilpraktiker gibt das Buch einen guten Einstieg in die Thematik.

Das Buch ist erschienen bei Ulmer, ISBN 978-3-8001-5798-3

Andrea C. Schäfer, Tierpsychologin/Tierheilpraktikerin, Wuppertal, http://www.thp-schaefer.de