Speis‘ und Trank


Gesunde und ausgewogene Katzenernährung

Vorabveröffentlichung aus dem Buchprojekt
„Kleine Tiger im Wohnzimmer – Das Katzenbuch (nicht nur) für Teens“

Deine Katze benötigt immer frisches Wasser. Reinige den Wassernapf also täglich und fülle ihn neu auf. Beachte bitte, dass der Wassernapf nie direkt neben dem Futternapf stehen soll, sonst trinkt deine Katze nicht gerne. Das liegt daran, dass unsere Hauskatze von Wüstenbewohnern abstammt. Im heißen Wüstenklima wird Fleisch sehr schnell schlecht. Daher trinken Katzen nicht dort, wo die gammelige Maus herumliegt, denn das Wasser könnte dann mit Bakterien und Parasiten verseucht sein. Natürlich gibt es bei dir frisches Futter, das nicht verwest, aber deine Katze denkt da eben immer noch wie ein Wüstenbewohner. Bitte stelle also den Wassernapf mindestens zwei Meter vom Futternapf entfernt auf, vielleicht sogar in einen andern Raum – natürlich nicht neben das Katzenklo, denn du würdest ja auch nicht gerne neben der Toilette trinken oder essen wollen. Und noch ein Problem gibt es mit den Wüstenbewohnern: sie trinken wenig. Unsere Katzen müssen aber trinken, vor allem wenn sie gerne Trockenfutter fressen. Um deiner Mieze das Trinken „schmackhaft“ zu machen, stelle am besten mindestens zwei Wasserschalen in verschiedenen Zimmern auf, dann wird sie während ihrer täglichen Gänge daran „erinnert“, dass man ja trinken kann.
Als Wasserschale wähle bitte eine Porzellanschüssel oder eine ungiftig glasierte Keramikschale. In Aluminiumschalen schmeckt das Wasser oft metallisch, das mag deine Katze nicht.
Eine Alternative ist ein Zimmerbrunnen oder ein Katzenbrunnen. Viele Tigerchen trinken gerne, wenn sich das Wasser bewegt (so wie in einem Bach). Einen Zimmerbrunnen musst du peinlich sauber halten, so wie die Wasserschüsseln, weil sich sonst Algen und Bakterien festsetzen. Ein spezieller Katzenbrunnen hat einen Aktivkohlefilter, so dass das Wasser immer sauber und frisch ist. Hier brauchst du nur Wasser auffüllen und alle zwei Wochen den Brunnen reinigen und den Filter wechseln.
Bitte gib deiner Katze keine Kuhmilch zu trinken! Milch ist ein Lebensmittel und keine Flüssigkeitszufuhr. Außerdem vertragen die meisten erwachsenen Katzen die Milch nicht mehr (Milch ist ja in der Natur nur für Kinder gedacht) und bekommen Durchfall (dies nennt sich Lactoseunverträglichkeit). Wenn du deiner Mieze ab und zu Milch geben möchtest (Achtung, sie enthält viele Kalorien, man muss dann also das feste Futter reduzieren!), dann kaufe lactosefreie Milch (gibt es im Reformhaus, aber auch schon in vielen Supermärkten) oder spezielle Katzenmilch. Da dies ziemlich teuer ist, gib ihr lieber ab und zu einen Teelöffel Naturjoghurt oder Hüttenkäse zu schlabbern. Das vertragen Katzen gut und schmeckt ihnen auch.

Sicher ist dir schon aufgefallen, wie viele Katzenfuttersorten es gibt. In der Fernsehwerbung sieht man glückliche Katzen um die Beine ihrer Menschen schmeicheln. Man könnte also meinen, dass das bestimmt ein gutes Futter ist… aber du solltest keiner Werbung einfach so glauben! Unternehmen machen Werbung, weil sie ihre Produkte verkaufen wollen. Wer viel Werbung macht, hat oft nicht mehr soviel Geld, um auch auf die Qualität der Produkte zu achten. Leider ist so auch beim Katzenfutter.

Katzen sind Fleischfresser. In der Natur würden sie pro Tag ungefähr 15-20 Mäuse fangen und größtenteils auch verzehren. An so einer Maus ist ja auch nicht viel dran, aber die Katze frisst auch Fell und Knochen mit. Diese Nebenstoffe braucht die Katze, um z.B. die Zähne und den Darm zu reinigen.

Und nun schau‘ dir mal die Etiketten auf einer Futterpackung an (egal, ob es Trocken- oder Nassfutter ist). Der erste genannte Inhaltsstoff ist am häufigsten im Produkt drin, der letztgenannte am wenigsten.
Sollte als erster Stoff irgendetwas aus Getreide stehen, lass‘ das Produkt bitte im Regal, deine Katze ist kein Körner- oder Maisfresser!
Wenn als erster Stoff Fleisch und/oder „Tierische Nebenprodukte“ steht, dazu in Klammern z.B. „4% Ente“, dann heißt das, dass da nur mindestens 4 % Entenfleisch sicher drin ist – aber über den anderen Inhalt erfährst du nichts! Das kann also Abfallfleisch aus der Tierverwertung sein, weil wir Menschen z.B. nicht mehr alles vom Rind verwenden (z.B. Klauen oder Haut). Möchtest du deiner Katze Abfall füttern?

Bitte achte ganz besonders darauf, dass kein Zucker oder Karamell enthalten ist! Deine Katze braucht keinen Zucker, und genau wie du kann sie davon Karies bekommen! Da sich Katzen die Zähne nicht selbst putzen und auch ungern von dir putzen lassen, bilden sich Zahnbeläge… irgendwann stinkt deine Katze aus dem Maul, das Zahnfleisch schwindet und die Zähne fallen aus oder müssen gezogen werden. Bitte erspare das deinem Stubentiger!

Was also füttern?
Trockenfutter ist praktisch, da es keinen Schmutz macht. Aber die meisten Trockenfuttersorten sind bei der Produktion so stark erhitzt worden, dass alle Vitamine und Mineralstoffe zerstört wurden. Die Hersteller fügen dann künstliche Stoffe wieder dazu, damit das Futter einen Nährwert hat. Statt Natur erhält deine Katze dann Chemie. Es gibt bereits Studien, dass chemisch hergestellte Vitamine vom Körper nicht so gut verwertet werden können wie natürliche. Außerdem werden häufig Konservierungsstoffe zugesetzt, um das Futter länger haltbar zu machen. Wie in der Menschenernährung ist aber auch hier „frisch“ am besten. Also lieber keine Konservierungsstoffe und schneller verbrauchen.
Da Katzen eh‘ nur wenig trinken, kann es sein, dass deine Katze bei ausschließlicher Trocken-Fütterung zu wenig Flüssigkeit aufnimmt, und das kann auf die Dauer z.B. zu Nierenproblemen führen.
Also ist Trockenfutter nicht die beste Wahl, aber es gibt Katzen, die bestehen darauf! Die Tigerchen sind manchmal mäkelige Esser nach dem Sprichwort „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht“.
Wenn es also Trockenfutter sein muss, dann achte auch darauf, dass es einen hohen Fleischanteil hat (mind. 45%) und dass es keine Konservierungsstoffe oder chemischen Zusätze enthält.
Wofür du Trockenfutter gut verwenden kannst, ist zum Spielen! Du kannst z.B. so ein Bröckchen werfen und deine Katze darf es jagen. Oder du versteckst es, und sie darf es suchen. Auch als Belohnung für ein kleines Kunststückchen ist Trockenfutter gut. Viele Spielideen findest du im entsprechenden Kapitel. Bitte denke aber daran, dass du die „Spielbröckchen“ von der Tagesfutterration abziehst, sonst wird deine Katze zu dick.

Also lieber Nass- oder Feuchtfutter kaufen. Ob das in Schalen, Dosen oder Beutelchen verpackt ist, ist wirklich egal, denn auch hier kommst es auf den Inhalt an! Achte auch hier also auf den Fleischanteil – und dass dieser vollständig angegeben ist (also nicht nur z.B. 4%). Außerdem soll auch dieses Futter keinen Zucker und keine Konservierungsstoffe enthalten.
Insofern ist es auch egal, ob das Futter in Stückchen oder in Pastetenform aufbereitet ist. Bei den Stückchen hat eine Katze mehr zu kauen. Es gibt aber welche, die dann nur die Soße aufschlecken und die Bröckchen liegen lassen. Und es gibt auch welche, die nur Pastete und keine Stückchen wollen! Das kannst du deiner Katze also wie gewünscht vorsetzen, solange die Qualität stimmt.

Selbst kochen, auch das geht! Von einer warmen Mahlzeit in der Familie kann auch was für deinen Tiger „abfallen“. Allerdings bitte keine Tischreste, denn gewürzte Speisen tun deiner Katze nicht gut! Man kann aber z.B. beim Zubereiten vom Fleisch ein wenig abschneiden und ungewürzt mitbraten. Vom Bratensaft oder von einer Hühnerbrühe kann man ein wenig für die Katze abzweigen, bevor man es würzt. Gewürzte Soße darf Mieze also nicht bekommen. Auch Fisch kann man andünsten und dann vor dem Würzen ein wenig für den Tiger abschneiden. Die meisten Katzen mögen Gemüse nicht man kann ihr aber ruhig ein wenig davon in ihre normale Mahlzeit einrühren. Gemüse kann der Katzenkörper in rohem Zustand allerdings nicht verwerten, es muss also püriert werden. Auch wenig gekochter Reis darf mal sein, aber bitte keine Nudeln oder Kartoffeln. Eine Prise klein geschnittene Küchenkräuter kann man ebenfalls auf das Futter geben.

Und wie ist es mit den Knochen? Viele Leute geben ihren Katzen die Brathähnchen-Knochen zum „abnagen“. Meistens verletzen sich die Katzen tatsächlich nicht daran. Aber es gibt zwei Gründe, warum du das nicht machen solltest:
Das Brathähnchen ist gewürzt, das tut deiner Katze nicht gut.
Gekochte oder gegarte Knochen können splittern! Wenn dein Tiger einen solchen Knochen verschluckt, kann es böse Verletzungen in Rachen oder Speiseröhre geben!
Rohe Knochen dagegen sind völlig problemlos, denn diese können nicht splittern. Rohe Knochen oder Knorpel mit etwas Fleisch daran kannst du deiner Katze also ruhig geben. Wenn man also Fleisch vor dem Zubereiten ausbeint, bleibt auch immer etwas für deinen Tiger übrig. Man kann ihm vom Geflügel z.B. auch die rohen Unterschenkel geben, bevor das Tier gebraten oder gekocht wird. Die meisten Katzen lieben es, ein Stück Fleisch mit Knochen zu bekommen. Sie nagen diesen dann ganz eifrig ab und sind auch eine ganze Weile beschäftigt. Das macht Spaß und ist gesund!

Wie viel Futter deine Katze pro Tag benötigt, ist individuell ganz verschieden! Es kommt darauf an, ob deine Katze groß oder klein ist, eine kleine Kätzin oder ein imposanter Kater, welcher Rasse sie angehört, ob sie Freigänger ist oder nur in der Wohnung lebt, ob sie kastriert ist oder nicht, ob sie allgemein sehr lebhaft und verspielt oder eher träge und faul ist.
Spezialfutter für Katzenkinder solltest du nur geben, bis die Katze ungefähr ein halbes Jahr ist. Sonst setzt dein Tigerchen schnell Speckröllchen an!
Katzen werden schnell dick, und genau wie bei den Menschen tut das deiner Mieze nicht gut. Achte also auf ihr Gewicht. Dazu kannst du sie regelmäßig wiegen. Du kannst das richtige Gewicht bei einer Katze auch durch Fühlen feststellen. Dazu streichst du mit beiden Händen seitlich am Körper an den Rippen entlang. Die Rippen solltest du dabei „etwas“ spüren, sie dürfen aber weder knochig hervorstehen, noch gar nicht mehr zu fühlen sein. Wenn du dir nicht sicher bist, lass‘ dir das vom Tierarzt oder Tierheilpraktiker zeigen.

Wichtig ist auch die Häufigkeit der Fütterung. Wie bereits gesagt, würde eine Katze in der Natur mindestens 10 x pro Tag eine Maus verspeisen. Manche jagen eher nachts, manche mehr tagsüber, aber immer über 24 Stunden verteilt, unterbrochen von Schlafphasen. So ist also auch der ganze Stoffwechsel deiner Katze darauf eingerichtet, häufige, aber kleine Portionen zu verwerten.
Wenn du deiner Katze nur zweimal pro Tag große Portionen vorsetzt, ist das also nicht so günstig und kann in höherem Alter zu gesundheitlichen Problemen führen (.B. Zuckerkrankheit).
Versuche es also einzurichten, dass deine Katze mindestens dreimal täglich gefüttert wird, falls sie nicht selbst auf Mäusejagd gehen kann.
Wenn ihr alle tagsüber nicht zuhause seid, kann man z.B. einen Futterautomaten programmieren, der sich dann mittags öffnet.
Es gibt auch Katzen, denen man eine gefüllte Schale Trockenfutter hinstellen kann, und die sich selbst bedienen. Sie holen sich dann ab und zu ein paar Bröckchen (der Tierarzt sagt dazu „ad libitum-Fütterung“ = “nach Belieben“). Das geht aber nur, wenn deine Katze nicht einfach alles in sich hinein schaufelt (besonders kastrierte Kater neigen häufig dazu). Nicht nur, dass dann nichts mehr für später da ist, führt das auch schnell dazu, dass deine Mieze zu dick wird!

Die dritte Fütterungsmöglichkeit ist die Rohfütterung, auch BARF genannt (=Biologisch artgerechte Roh-Fütterung). Hier wird das Futter selbst gemacht!
Man mischt dazu ca. 80-90% Fleisch mit 10-20 % Gemüse. Dazu kommt dann noch etwas hochwertiges Öl (z.B. Nachtkerzen- oder Leinöl) und Mineralpulver mit Taurin.
Das jeden Tag machen zu müssen, ist etwas mühsam, daher kauft man am besten alle Zutaten für etwa vier Wochen, mischt das Futter und friert dann einzelne Tagesrationen ein. Man braucht dafür natürlich eine Tiefkühltruhe oder einen ausreichend großen Gefrierschrank. So hat man nur einmal im Monat die Arbeit und taut dann die jeweilige Tagesration am Vorabend auf (natürlich wird auch diese Tagesration in mehrere Portionen verteilt). Ganz wichtig ist, dass du deiner Katze niemals Gefrorenes oder Kühlschrank-Kaltes geben darfst, sie kann sonst Magenschmerzen oder Durchfall bekommen.
Mit der Rohfütterung muss man sich etwas mehr beschäftigen, da deine Katze ja alles bekommen soll, was für eine gute Ernährung notwendig ist und keinen Mangel leiden soll! Aber so schwer ist es nun auch nicht.
An Fleisch kann man fast alles nehmen: Rind, Wild, Geflügel, Pferd, Seefisch (Fisch und Innereien aber bitte nur höchstens einmal die Woche, und als Ausnahme sollte Fisch immer gedünstet oder leicht angebraten werden)… nur kein Schwein und keinen Süßwasserfisch! Dabei darf es alles sein: Muskelfleisch, Innereien, Fleischknochen… es darf ruhig auch sehniges Fleisch sein, oder solches mit Haut oder Knorpel.
Beim Metzger kann man nach „Hundefutter“ fragen. Das ist Fleisch, das Menschen nicht so gerne essen (z.B. Innereien), aber trotzdem vollwertig ist. Es darf aber kein Pansen darin sein! Zum einen können Katzen den nicht gut verwerten, zum Anderen schmeckt er ihnen einfach nicht und sie lassen das Futter dann komplett stehen.
Das Fleisch wolft man (man kann es sich auch vom Metzger wolfen lassen) oder schneidet es mit dem Messer in gröbere Brocken (etwa Gulaschgröße), damit die Katze etwas zu kauen hat (damit putzt sie sich nämlich gleich die Zähne!). Es darf auch mal ein Eigelb dabei sein (aber kein rohes Eiweiß).
Ganz wichtig bei der Fleischverarbeitung ist die Hygiene! Schneidebretter, Messer, Fleischwolf etc. müssen nach der Arbeit in die Spülmaschine oder heiß mit Spülmittel abgewaschen werden, und auch die Arbeitsflächen müssen mit Putzmittel heiß gewischt werden. Sonst könnten sich Keime (z.B. Salmonellen) bilden und vermehren, die für Tier und Mensch gesundheitsschädlich sind, z.B. schwere Durchfälle verursachen.
An Gemüse kann man auch fast alles nehmen, außer Avocado, Tomaten und Zwiebelgewächse (also auch Knoblauch und Lauch). Am besten sind ganzjährig Möhren und Gurken zu bekommen. Gemüse muss grundsätzlich gekocht, püriert oder mit der Küchenmaschine zu Mus verarbeitet werden, sonst kann die Katze es im Darm nicht verwerten.
Dann Öl, das Mineralpulver und Taurin dazu (dazu muss man sich im Fachhandel oder vom Tierheilpraktiker beraten lassen, denn normale Zoogeschäfte oder Futtermärkte führen diese Produkte nicht!) und alles gut vermischen.
Zur Rohfütterung findest du im Anhang Buch-Tipps.
Man kann inzwischen auch fertiges Rohfutter bekommen, hauptsächlich im Internet, aber auch in speziellen Futter-Shops. Man bestellt die Menge für z.B. 4 Wochen (das Futter wird in gefrorenem Zustand per Post geliefert und muss sofort nach Erhalt bei euch in den Tiefkühler!) und kann dann täglich die benötigte Portion auftauen.

Nun kann es sein, dass du oder deine Eltern kein Fleisch verarbeiten möchten, z.B. weil sie Vegetarier sind.
Wir Menschen haben die Möglichkeit, uns für oder gegen Fleischkonsum zu entscheiden, weil wir von unserer Natur „Allesfresser“ sind und auch ohne tierische Produkte leben können – die Katze kann das aber leider nicht! Ihr ganzer Körper und damit auch das Verdauungssystem ist auf Fleisch angewiesen! Im Handel erhältliches „vegetarisches oder veganes Fertigfutter“ muss mit chemischen Stoffen so aufbereitet werden, dass es von der Katze überhaupt verwertet werden kann. Das ist auf Dauer aber wirklich nicht gesund. Du darfst daher deine Katze niemals vegetarisch oder gar vegan (also ganz ohne tierisches Eiweiß) ernähren!
Wenn bei euch zuhause also kein Fleisch verarbeitet wird, achte auf ein hochwertiges, gesundes Fertigfutter mit hohem Fleischanteil.

Wenn deine Katze Fertigfutter bekommt, solltest du deiner Katze ab und zu das Gefühl zu geben, dass sie „Beute“ hat und ordentlich kauen kann („Zähneputzen“). Gib ihr dazu ein- bis zweimal die Woche ein Stück rohes Fleisch. Das kann ein Hühnerflügel oder –unterschenkel sein, ein Stück Rindergulasch, ein gulaschgroßes Stück Leber oder gekochten Fisch (beides bitte nur einmal die Woche), 2-3 Hühnerherzen (auch hier kannst du beim Metzger oder an der Fleischtheke gleich mehrere Stücke kaufen und sie dann zuhause einfrieren), ein Eintagsküken oder eine Maus (tote Mäuse oder Küken erhälst du als Frostfutter im Reptilienfachgeschäft. Bitte verfüttere nie lebende Tiere, das wäre Tierquälerei)! Je nach dem, was du gut besorgen kannst. Denke daran, das Fleisch rechtzeitig vor der Fütterung aufzutauen! Mäuse gibt man komplett, bei Eintagsküken ist anzuraten sie zu rupfen (Küken unter heißem Wasser abspülen, dann kann man die Haut mit den Federn von den Füssen an gut abziehen), weil deine Katze beim Rupfen sonst die ganze Küche „verwüstet“.
Bitte wasche rohes Fleisch, egal ob frisch gekauft oder aufgetaut, immer unter fließendem Wasser heiß ab, bevor du es deiner Katze gibst. Damit werden evt. auf der Oberfläche vorhandene Krankheitserreger abgespült. Die Flächen, wo deine Katze das rohe Fleisch gefuttert hat, solltest du hinterher ebenfalls gut reinigen, am besten mit heißem Wasser und Putzmittel.

Was aber nun, wenn deine Mieze das gesunde Futter einfach nicht annimmt, weil sie es nicht kennt?
Bei der Umstellung auf Rohfütterung ist das recht einfach, man probiert einfach aus, was ihr schmeckt. Manche Katzen sind es auch einfach nicht gewohnt zu kauen, dann kann man das Fleisch anfangs wolfen oder in kleine Stückchen schneiden und geht nach und nach auf größere Stücke über.
Beim Fertigfutter stellen sich manche Katzen wirklich an. Es kann sein, dass dein Tigerchen in den Napf guckt und sich dann mit Grausen abwendet. Vielleicht jammert Mieze dich dann sogar an, weil sie doch sooo verhungert ist! Lass‘ dich nun ja nicht erweichen, ihr lieber etwas anderes vorzusetzen! Sonst hast du in kürzester Zeit eine Katze, der du täglich viele verschiedene Döschen aufmachen musst, bis der „Herrschaft“ etwas „genehm“ ist. Und den Rest kannst du dann wegwerfen…
Es gibt zwei Möglichkeiten, deine Katze umzustellen. Die eine ist: du stellst ihr das Futter hin, und wenn sie es in einer Viertelstunde nicht aufgefuttert hast, nimmst du es ihr wieder weg und stellst es kühl. Diese Portion kann zumindest an diesem Tag noch mehrmals gereicht werden. Eine gesunde erwachsene Katze kann ruhig zwei Tage hungern. Sie wird dich volljammern, aber du musst unbedingt hart bleiben! Normalerweise wird deine Mieze am zweiten Tag fressen – außer sie ist Freigänger und geht „auswärts speisen“, z.B. zum Nachbarn!
Wenn die Radikalmethode nicht klappt, du ein junges Kätzchen oder einen Katzensenior hast oder sich deine Mieze anderswo bedienen würde, musst du das Futter langsam umstellen. Dazu mischst du eine winzige Menge (etwa Bohnengröße) neues Futter in das Gewohnte. Wichtig ist, dass du wirklich gut mischst, weil deine Katze das Neue sonst aussortiert. Jeden Tag steigerst du den Anteil des neuen Futters um einen kleinen Teil, z.B. einen viertel Teelöffel voll. Wenn deine Katze an einem Tag das Futter verweigert, musst du zwei Tage „zurück“, also die Neu-Menge von vor zwei Tagen einrühren. Diese Methode ist aufwendig, du musst mit mindestens zwei Wochen Umstellungszeit rechnen. Aber die meisten Katzen bekommt man so an das gute Futter. Es gibt allerdings ganz Hartnäckige (das sind meist ältere Katzen), die auf ihrem Anteil minderwertigen Futters bestehen und ansonsten lieber verhungern würden – dann mischt du das Futter, so gut es eben geht.

Braucht deine Katze Leckerchen? Nein, natürlich nicht, aber ist es nicht schön, deine Mieze ab und zu belohnen zu können, wenn sie etwas besonders toll gemacht hat oder sie besonders lieb war?
Auch hier musst du aber auf Qualität achten! Die meisten Leckerchen im Tierhandel enthalten Zucker oder Karamell und/oder sind sehr kalorienreich. Wie beim Futter bekommt dein Tiger also schlechte Zähne oder Übergewicht, und das alles schadet…
Als Snacks eignet sich daher am besten Trocken-Fleisch oder -Fisch. Diese Naturprodukte gibt es im Handel, du kannst sie aber auch selbst machen!
Dazu schneidet man Fleisch oder Fisch in kleine Stückchen (etwa daumennagelgroß) und legt sie auf ein Backblech (Backpapier unterlegen). Dann das Blech bei 60°C etwa eine Stunde in den Backofen (mit Umluft). Nach einer halben Stunde die Stückchen wenden. Prüfe ab und zu, ob die Stückchen schon gut durchgetrocknet sind, dann kannst du sie auch schon früher herausnehmen. Die fertigen Snacks legst du nach dem Abkühlen in eine gut schließende Plastikdose. Prüfe täglich, ob sie noch gut sind, sie riechen dann lecker und sehen gut aus. Noch besser ist es, wenn du die Leckerchen in mehreren Portionen in Folienbeutel einschweißen kannst. Backe nie mehr Leckerchen, als du in etwa vier Wochen verwendest.
Denke bitte daran, dass du die Snacks von der täglichen Futterration abziehen musst, sonst führt auch das zu Übergewicht.

Schön wäre es, wenn du alle Produkte, sowohl für die Rohfütterung als auch Fertigfutter in Bio-Qualität kaufst. Denn nicht nur deine Katze soll es gut haben, sondern auch die Nutztiere, die für das Futter sterben.

Was zur Katzenernährung auf jeden Fall noch dazu gehört, ist Gras! Nein, deine Katze ist keine Kuh, aber sie benötigt Gras zur Verdauung. Damit räumt sie den Magen auf. Katzen sind ja sehr reinlich und putzen sich gründlich das Fell. Dabei nehmen sie natürlich Haare auf, die sich dann im Magen zusammenballen. Das Gras sorgt nun dafür, dass diese Haarballen besser durch den Darm rutschen. Es kann aber auch sein, dass dein Tigerchen nach dem Grasfressen erbricht. Keine Bange! Das ist ganz natürlich, sie spuckt damit auch diese lästigen Haarballen aus.
Katzengras kannst du in der Gärtnerei oder im Tierfachgeschäft kaufen. Du kannst auch einfach Grassamen in einer flachen Schale ansähen. Sobald das Gras ca. 4 cm hoch ist, darfst du es deiner Katze vorsetzen. Wenn du einen Balkon hast, kannst du in der Gärtnerei auch ein Stück Rollrasen kaufen und diesen in eine flache Schale legen. Deine Katze wird sich darüber freuen, denn man kann es nicht nur essen, sondern sich auch reinlegen.

Andrea C. Schäfer
Tierheilpraktikerin/Tierpsychologin
www.thp-schaefer.de

Literatur:
Angela Münchberg: Katzen naturnah ernähren
Angela Münchberg: Kräuterbuch für Katzen
Anna Laukner: Katzen füttern: Gesund-lecker-appetitlich
Hans-Ulrich Grimm: Katzen würden Mäuse kaufen (Schwarzbuch Tierernährung)
Susanne Reinerth: Natural Cat Food
Kyra Stempell: Alles für die Katz – Rezepte für Naschkatzen
Rita Mae Brown: Sneaky Pies Katzenkochbuch
Birgit Frost: Naturnahe Ernährung für Katzen